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Kindergartenfrei

Grobmotorik

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Ich möchte die Gelegenheit nutzen mit euch über die einzelnen Fähigkeiten nachzudenken. Das, was bei den Einschulungsuntersuchungen von den Ärzten, Pädagogen und Inspektoren untersucht wird. In dieser Serie möchte ich mit der Grobmotorik beginnen. Die Grobmotorik ist ein präzises Zusammenspiel aus Koordination, Gleichgewicht und Kraft.

Grobmotorik meint alle Bewegungen von Muskeln die einer Gesamtbewegung dienen. Zum Beispiel Hüpfen, Gehen, Laufen, Krabbeln und Klettern. Wie können wir als Eltern die Grobmotorik unserer Kinder fördern, ohne sie zu überfordern? Immer wieder werde ich gefragt, wie man seine kindergartenfreien Kinder richtig fördern kann. Diese Frage scheint eine wirklich große Sorge der Eltern zu sein. Immerhin wird von außen suggeriert, dass nur pädagogisch geschultes Personal unseren Kinder adäquate Förderung zukommen lassen kann. Nun wissen wir es ja eigentlich besser und trotzdem lassen sich viele Eltern, zu Unrecht, verunsichern.

Wir brauchen nicht viel Geld und noch weniger eine pädagogische Ausbildung um unsere Kinder grobmotorisch zu fördern. Das Tolle ist,dass fast alle Kinder grobmotorische Beschäftigungen mögen. Grobmotorik im Alltag fördern- wie sieht das konkret aus?

 Balancieren. Ich glaube alle Kinder lieben Balancieren. Kaum ist eine kleine Mauer in Sicht wollen meine Kinder hinauf. Baumstämme im Wald sind ebenfalls ein wunderbarer Ort zum Balancieren, es scheint so, als würde es in den Kinder stecken balancieren zu wollen. Ihr kennt das sicher? Auch die Kinder mit Höhenangst (zu denen ich zählte) balancieren gerne, am Liebsten auf Linien oder bunten Steinen. Probiert es doch einmal aus und malt euch Spiralen auf den Hof oder gestrichelte Linien. Eure Kinder werden es lieben von einem Strich zum nächsten zu hüpfen.

Spielplatz. Ein Spielplatz ist immer ein guter Ort zum Schulen der Grobmotorik. Auch wenn ich persönlich Waldspielplätze bevorzuge, bieten Spielplätze doch so einiges an, was die Grobmotorik unserer Kinder schult. Nehmen wir nur einmal das Schaukeln. Wie viele Muskeln allein beim Schaukeln beansprucht werden. Auch beim Rutschen wird die Grobmotorik gefördert. Die Kinder müssen meist eine Leiter hoch klettern und dann auch noch gerade sitzen, wenn die Rutsche ein Kurve macht und zum Schluss noch springen. Ihr seht, überall auf dem Spielplatz begegnen uns grobmotorische Fördermöglichkeiten. Dafür brauchen wir keinen Kindergarten. Stellt euch nur mal vor, was beim Graben passiert! Grobmotorikförderung vom Feinsten.

Luftballon/Ball Unsere Kinder haben es geliebt mit Luftballons Tennis zu spielen. Man braucht dazu nur eine Fliegenklatsche. Luftballons fliegen viel langsamer als Bälle und deshalb sind Erfolgserlebnisse garantiert. Manchmal ist es für kleine Kinder ein bisschen frustrierend, wenn die Bälle schneller wegkullern, als sie zugreifen können. Das ist bei Luftballons ein bisschen anders. Generell kann man aber sagen, Ball spielen und Luftballon-Tennis ist beides eine gute Grobmotorikschulung.

Springen. Es muss ja nicht immer das riesige Trampolin sein. Auch die Natur bietet uns viele Möglichkeiten zu springen und zu hüpfen. Für unsere Kinder ist das Pfützen-Hüpfen besonders witzig. Wer schafft es ohne nasse Füße zu bekommen über die Pfützen zu hüpfen? Nach einem lauen Sommerregen macht es natürlich auch besonders viel Spaß barfuß in die Pfützen zu hüpfen. Liebe Eltern, macht das einfach mal nach, ihr werdet sehen, es ist gar nicht so schlimm. Wir gehen dann gezielt los, um in die Pfützen zu hüpfen, damit haben wir die Probleme mit der falschen Kleidung direkt vorher gelöst. Die Grobmotorik können wir bei so vielen Gelegenheiten schulen. Zum Beispiel beim Schwimmen, Klettern, Fahrrad fahren, Inline Skaten, Seilspringen und Gummitwist (Es lohnt sich dieses alte Spiel wieder neu zu beleben). Stelzen und Dosen laufen macht auch viel Spaß und ist ein hervorragendes Grobmotorik Training. Ihr seht, wir sind ohne pädagogische Ausbildung absolut befähigt unsere Kinder grobmotorisch zu fördern.

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Alexandra und ihr Mann leben seit 2 1/2 Jahren im Elsass.Vor vier Jahren haben sie die Internetseite kindergartenfrei.org ins Leben gerufen.

Alexandra ist die Hauptreferentin am 6. Homeschoolerseminar  Oktober 2019

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Interview mit Alexandra von kindergartenfrei.org

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Bitte stell dich kurz vor

Mein Mann und ich leben seit 2 1/2 Jahren im Elsass. Wir haben unsere Heimat Berlin nach 30 Jahren verlassen um unsere Kinder selbst unterrichten zu können. Zu Beginn war es ein kleiner Kulturschock. Von Berlin aufs Land, wo Nachts die Esel schreien (Wölfen heulen hier Nachts nicht). Undenkbar für uns Großstadtmenschen. Dennoch ist es für uns die Beste Entscheidung gewesen. Es ist eine logische Konsequenz, des Kindergartenfreien Lebens, unsere Kinder nun auch selbst zu unterrichten und mit ihnen zu lernen. Kindergartenfrei war unser erster Schritt. Vor vier Jahren haben wir die Internetseite kindergartenfrei.org ins Leben gerufen. Immer mehr haben wir bemerkt, dass uns Vernetzungsmöglichkeiten fehlen. Während weit über 90% der Kinder in ihren Institutionen sind, war es uns ein Anliegen, dass auch unsere Kinder Freunde finden. Seitdem haben sich tausende Familien angeschlossen. Das macht uns sehr froh. Somit ist die Webseite zum ersten Ansprechpartner geworden, wenn es um  eine Kindergartenfreie Kindheit geht. Ein Leben ohne Kindergarten. Dies schien vor 30 Jahren nichts besonderes zu sein. Immer noch muss die ältere Generation schmunzeln, wenn ich ihnen von der Webseite berichte. Heute ist es jedoch eine Seltenheit.

Warum denkst du sind Eltern heutzutage so verunsichert, dass sie sich Erziehung ohne Fachleute nicht zutrauen?

Eltern sind vorallem verunsichert, weil Erziehung und Bildung nicht mehr der Familie zugestanden wird. Vielmehr wird schon seit einigen Jahrzehnten auch die Erziehung aus dem Elternhaus weg organisiert. So konnten viele junge Eltern in ihrer Kindheit nicht die Erfahrung machen, von der eigenen Mutter betreut zu werden. Noch dazu ist der gesellschaftliche Wandel auch ein Druckmittel. So wird doch den jungen Eltern heute bereits vor Geburt des Kindes immer wieder die Frage gestellt, ob sie denn den Kindergartenplatz schon haben.

Unter solchen Voraussetzungen brauchen wir uns doch nicht wundern, wenn Bildung und Erziehung immer mehr nach außen verlagert wird. Diejenigen, die dann kämpfen und ihre Kinder ohne eine Institution groß ziehen möchten, werden dann von allen Seiten kritisiert. Ein steter (Kritik-) Tropfen höhlt den Stein. Es bedarf tatsächlich ein dickes Fell und Mut heutzutage nicht im Kindergartenstrom mitzuschwimmen.

Was rätst du, wenn Eltern sich Sorgen wegen mangelnder Sozialkontakte machen?

Gerade im Kindergartenalter ist diese Sorge unbegründet. Der erste intensive Sozialkontakt, den Kinder haben ist der Kontakt zu ihrer primären Bindungsperson. Etwas später erweitert sich das auf die sekundäre Bindungsperson. Stück für Stück kommen mehr Kontakte hinzu, wie Geschwister und Freunde zu denen die Kinder eine Bindung aufbauen. Kinder durchlaufen ungefähr bis zu ihrem achten Lebensjahr sechs Bindungsstufen, während diesen sie ihre Hauptbindungspersonen ( im Regelfall die Eltern) am Meisten benötigen. Diese enge Bindung ermöglicht dann auch einen sicheren und kompetenten Umgang mit anderen Kindern. Wenn wir Kinder von klein an mit Gleichaltrigen sozialisieren, statt mit ihren Eltern haben wir ein Problem. Die Kinder orientieren sich an unreifen Kindern, statt an reifen Erwachsenen. Natürlich ist es wünschenswert, dass Kinder andere Kinder zum Spielen haben, aber es ist nicht in dem Ausmaß notwendig, wie es uns von Seiten der Pädagogik vermittelt wird. Ich rate Eltern, selbst aktiv zu werden. Denn auch für Mütter ist es schön sich regelmäßig mit anderen Müttern auszutauschen.

Früher war dies normal, heute wird es immer schwieriger. Über Gemeinden, Sportgruppen und Familiencafés können Kontakte geknüpft werden, sowie über unsere Webseite. Mittlerweile sind wir in vielen Regionen Österreichs vertreten und haben Regionalgruppen gegründet, um gemeinsam Waldausflüge zu unternehmen oder einfach nur gemeinsam im Garten zu sitzen und zu spielen. So schön Spielkontakte auch sind, bleibe ich dabei: Wir können Kinder nicht sozialisieren, in dem wir sie mit Gleichaltrigen isolieren.

Alexandra ist die Hauptreferentin am 6. Homeschoolerseminar  Oktober 2019

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Category: Allgemein, Gastblogger | Tags:

Homeschooler Konferenz

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