Auf natürliche Weise Englisch von Geburt an lernen #1

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von Vera L. / OÖ

 

Auf den letzten Seminaren und Treffen bin ich immer wieder gefragt worden, wie wir es geschafft haben, unsere Kinder bilingual, also zweisprachig, Deutsch-Englisch zu erziehen, obwohl kein Elternteil Englisch als Muttersprache hat. Wir waren zwar vor acht Jahren mal für vier Jahre nach Neuseeland ausgewandert, aber zum Zeitpunkt der Auswanderung waren unsere Kinder im Alter von 7 und 9 Jahren bereits fließend in beiden Sprachen.

Ich hatte versprochen, einige Tipps zusammenzuschreiben, was ich die nächsten Monate so nach und nach nun erfüllen möchte.

 Zunächst mal der Hintergrund:

In der Schule haben meine Mann und ich so gut wie kein Englisch gelernt. Ich stand auf dem Weg zum Abitur kurz vor der „5“ auf dem Zeugnis – so einen Schönheitsfehler wollte ich mir nicht erlauben und so wählte ich Englisch kurzerhand ab. Obwohl ich die Sprache liebte und soooo gerne lernen wollte…aber wie es in der Schule lief, mit dem ganzen Vokabellernen, den Gebrauch der Englischen Zeiten, den ich nicht verstand, kaum sprechen, viele langweiligen Grammatikübungen – das haute einfach nicht hin.

Nach dem Abitur wollte ich in die Wirtschaft und….hatte kein Englisch auf dem Zeugnis. Die Berufschancen in diesem Bereich sanken damit gegen Null. Was tun? Kurzerhand entschloss ich mich für zwei Monate auf eine Sprachschule nach New York zu gehen.

Und siehe da….innerhalb von kurzer Zeit hatte ich durch das Einsinken in die Sprache den Gebrauch der Zeiten ganz intuitiv verstanden, ich babbelte in der englischen Sprache locker drauf los – so wie mir der Schnabel gewachsen war – und war in der Lage mich überall zu verständigen. Im Eingangstest erreichte ich erst Stufe 5-6 und ich verließ die Schule nach 8 Wochen mit der Stufe 9 und einem Zertifikat, das mir erlaubte, an allen Universitäten der USA zu studieren. Die Berufswelt stand mir wieder offen.

Als ich dann 12 Jahre später Kinder bekam, entschlossen wir als Eltern spontan (nachdem wir einen positiven Bericht im Radio gehört hatten), sie bilingual zu erziehen. (Unser Sohn war damals 2 Jahre alt und unsere Tochter gerade geboren). Wir informierten uns kurz im Internet wie man das denn so am besten anfängt und starteten mit einer 3-wöchigen Probezeit, in der wir keine Krabbelgruppen- oder Babyschwimmtermine hatten. Wir hielten uns auch mit Besuchen zurück, da wir wussten, die Leute würden uns doch ziemlich belächeln und das würde uns in der Motivation zurückwerfen.

Nach drei Wochen war bereits das Erstaunliche geschehen…unser Sohn, der bis dahin 45 deutsche Worte sprach (wir hatten mal eine Liste gemacht), war bereits komplett auf 45 englische Wörter umgestiegen. – Er hatte seinen Wortschatz verdoppelt. Enorm!

Wie hatten wir (er) das geschafft? Nun zu den ersten Tipps!:

  • OPOL = One Parent One Language:

 

Wir kamen am besten mit dem System: OPOL = one parent one language zurecht. Das bedeutet, dass ein Elternteil immer die eine Sprache spricht (bei uns der Vater Deutsch und die Mutter Englisch). Das gilt sowohl für den Innenbereich (zu Hause), als auch für den Außenbereich (außer Haus).

Hier gab es dann nach den ersten drei Wochen schon die ersten Probleme:

Die Kritik bester Freunde und auch Familienmitglieder war groß: „Ihr verwirrt die Kinder!.“ – „Seid ihr was Besseres?“ – „ Wir verstehen Euch nicht mehr!“

So habe ich dann im direkten Umgang mit anderen Leuten, z. B. bei Besuchen, mit den Kindern deutsch gesprochen, aber sobald es nur um die Kinder und mir ging, wieder nur Englisch.

Fortsetzung folgt!

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