Archiv für den Monat: Januar 2015

Homeschooling – Warum wir tun, was wir tun!

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Wir haben drei Kinder (5 J, 4 J, 10 Monate). Mein Mann hatte Homeschooling schon seit einigen Jahren am Herzen und fragte mich immer wieder einmal, ob ich mir das vorstellen könnte. Anfangs war ich strikt dagegen, da ich mit den ersten beiden Kindern sehr viel zu tun und kaum Zeit für mich hatte. Nach und nach lernte ich, mir die Zeit besser einzuteilen und Prioritäten zu setzen. Erst letzten Dezember, als mein Mann mich wieder einmal fragte, konnte ich mir „Homeschooling“ zum ersten Mal richtig gut für uns als Familie vorstellen. Gott hatte mir Zeit gelassen, mich als Person verändert, mich vorbereitet und darauf gewartet, bis ich „bereit“ fürs Homeschoolen war.

Wir kannten bis dahin nur ein paar Pastorenfamilien, die Erfahrung mit Homeschooling hatten, aber diese wenigen Beispiele waren für uns Vorbild genug – das Ergebnis (= der Charakter der Kinder) hatte uns überzeugt. Wir begannen alle möglichen Bücher über Homeschooling zu lesen und ich telefonierte mit allen gläubigen Personen, die ich in Österreich finden konnte, die ebenfalls „homeschoolen“. Von ihnen holte ich mir Tipps. Ich stellte viele Fragen und hörte ihren Erfahrungen und Erlebnissen gespannt zu. Dies ermutigte mich.

Warum unterrichten wir unsere Kinder zuhause und schicken sie in keine christliche Privatschule? Es gibt drei Gründe, die uns davon abhalten: die Entfernung, die Unterrichtsdauer und die hohen Kosten. Wir wohnen etwas außerhalb von Wien. Es gibt in Wien nur ganz wenige christliche Schulen. Wir haben uns einige angesehen und nur eine einzige wäre rein qualitativ für uns in Frage gekommen. Um in diese Schule zu kommen, müssten wir ca. 1-2 Std. Fahrzeit einrechnen. Die Schule würde für vier Kinder ca. € 4000,- im Monat kosten und die Unterrichtszeit ist schon in der Grundschule viel zu lang (von 8.30-15.30 Uhr). Es hätte für uns keine Alternative gegeben, denn eine öffentliche Schule wäre für uns nie in Frage gekommen. Warum? In erster Linie ist es der Umgang der Kinder und auch Lehrer miteinander. Ich bin selbst Lehrerin, ich kenne die Schule von innen sehr genau. Auch meine Eltern sind beide jahrzehntelang Volksschullehrer gewesen (mittlerweile im Ruhestand). Der rauhe Ton, das Mobbing, der Gruppendruck, die Cliquen-Bildung, das „Dazugehören-Wollen bzw. -Müssen“, das ständige Vergleichen miteinander, der Notendruck und dass der christliche Glaube keine Rolle spielt oder manchmal sogar abwertend kommentiert wird- das sind Gründe, warum wir unsere Kinder nie in eine öffentliche Schule geben wollten. Wir haben auch gemerkt, dass Buben anders lernen als Mädchen. Unsere Älteste sitzt lang ruhig und möchte alles gut und schön schreiben. Unser Bub (4 J.) hingegen ist extrem aktiv und braucht unbedingt Bewegung. Er lernt am liebsten mündlich und liebt es, wenn er sich bewegen kann, während wir ihm leichte Aufgaben stellen. Auch das wäre in einer öffentlichen Schule nicht möglich. Zuhause können wir optimal auf unsere Kinder eingehen (eine Lehrerin, die sich zugleich um 25 Kinder kümmern muss ist verständlicherweise damit überfordert, auf all die Gaben und Talente jedes einzelnen Kindes einzugehen).

Ein riesengroßer Pluspunkt, der für Homeschooling spricht, ist  auch die persönliche Freiheit, die wir genießen: wir können die Unterrichtszeit so gestalten, wann es für uns am besten passt, in den Urlaub fahren, wann alle anderen in der Schule sitzen und jederzeit für familiäre Anlässe „frei nehmen“. Wir können lernen, was, wann und wo wir wollen; können Ausflüge zu interessanten Plätzen machen, Dinge „angreifen“ und an verschiedenen Ort den Unterricht anschaulich gestalten. Wir können flexibel sein und an manchen Tagen weniger, an anderen Tagen mehr machen, je nach Wetterlage oder Verfassung der Familienmitglieder. Wir können auf die Interessen der Kinder besser eingehen und sie sogar in die Unterrichtsplanung miteinbinden.

Erst im März  nahmen wir unsere zwei Ältesten (5J. und 4 J.) aus dem Kindergarten heraus, weil wir so begeistert von der Idee des „Homeschooling“ waren, dass wir sofort „losstarten“ wollten. Es war ein guter, christlicher Privat-Kindergarten, mit dem wir sehr zufrieden waren und ich war gespannt, wie die Kinder es aufnehmen würden, mitten unterm Jahr aus ihrem Kindergarten herausgenommen zu werden. Ich konnte es kaum glauben und fragte sie regelmäßig, wie es ihnen zuhause ginge, so „ganz ohne Kindergarten“. „Viiiiiieeel besser!“ bestätigen mir beide immer wieder. Sie lieben es zuhause zu sein und einfach spielen zu können und Zeit mit ihren Eltern und ihrer kleinen Baby-Schwester zu verbringen.

Es ist so, dass unsere Älteste im Oktober geboren wurde und sie erst im nächsten September  offiziell in die erste Volksschul-Klasse kommen würde. Wir haben aber bereits vor längerer Zeit spielerisch angefangen, mit ihr das Alphabet und die Zahlen zu lernen. Mittlerweile kann sie lesen und schreiben und auch rechnen (im Zahlenraum 100) – und sie ist erst fünf! Wir haben einfach gemerkt, wie schnell Kinder lernen und wie einfach es ist, sie zu fördern, wenn man nur etwas Zeit mit ihnen verbringt!

Vom Tagesablauf sieht es bei uns so aus: Die Kinder wachen alle zugleich auf, ca. um 6 Uhr. Sie frühstücken und spielen erstmal ausgiebig. Wir beginnen den Tag mit gemeinsamem Bibellesen (ca. 5-10 Min). Nach ca. zwei Stunden ist unser Baby schon wieder müde und geht für ca. zwei Stunden schlafen. In dieser Zeit (ca. 8-10 Uhr) lerne ich (bzw. mein Mann, wenn er zuhause ist) mit unserer 5-Jährigen (meist Lesen/Schreiben/Rechnen). Unser 4-Jähriger beschäftigt sich währenddessen allein (spielt, schaut Bücher an,….) oder ich spiele oder lerne ganz einfache Sachen mit ihm, falls Victoria gerade alleine etwas schreiben oder rechnen muss.

Eine befreundete Volksschullehrerin, die ihre größeren Kinder ebenfalls zuhause unterrichtet, hat mich mit vielen tollen Büchern und Lehr-Materialien versorgt. Wir haben fast nichts kaufen müssen. Das Angebot an Büchern, Arbeitsblättern und kreativen Ideen im Internet ist fast unendlich. Manchmal ist es schwierig, unter all den Angeboten, für sich das Richtige zu finden.

Und um ca. 10 Uhr – man glaubt es kaum, sind wir bereits mit „Schule“ fertig – der Rest des Tages ist freie Spielzeit. Und die Kids wollen eigentlich den ganzen Tag am liebsten miteinander spielen. Vormittags sind wir im Haus, nachmittags meistens im Garten. Haushalt, Kochen, Spielen mit den Kindern und dem Baby verteilt sich gemütlich über den ganzen Tag, Ich habe immer zu tun, aber bin nie im Stress. Das genieße ich. Nachmittags bekommen wir auch gerne Besuch, damit die Kids auch mal mit anderen Kindern spielen können.

Die Kinder haben so einen erfüllten Tag, dass sie alle ab 18 Uhr 30 im Bett sind und gleich einschlafen. D.h. Der Abend ist „frei“ für mich und meinen Mann! 🙂

Da wir noch ganz „neu“ sind im „Homeschoolen“, haben wir bis jetzt noch keine Zusatz-Aktivitäten organisiert, aber wir möchten mit unseren Kindern ab Herbst gerne zum Kinderturnen und in die Musikschule gehen, damit sie andere Kinder treffen und sie körperlich und musisch noch besser gefördert werden.

Der Gottesdienst am Samstag ist für uns ein Fixpunkt und die Kinder freuen sich immer drauf, im „Kinderdienst“ ihre Freunde und Freundinnen zu treffen.

Wir sind zwar erst seit wenigen Monaten „dabei“, aber schon zu so „eingefleischten“, d.h. überzeugten Homeschoolern geworden, dass wir uns es anders gar nicht mehr vorstellen können und möchten. Homeschooling funktioniert für uns als Familie einfach genial!

Eine Familie aus Nö

Kategorie: Allgemein

Das erste Jahr, #2

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Nach 5 Jahren Hausunterricht sind wir ein eingespieltes Team. Wir wissen wie, womit und wann ein Jeder am besten lernt. Das hat jedoch ein Weilchen gedauert und bedurfte viel Sensibilität und Selbstreflektion. Man darf nicht gleich aufgeben.

Bei uns haben sich folgende Punkte als wichtig herausgestellt. Eine fixe Uhrzeit, wo für alle Kinder der Unterricht beginnt. Die Zeit am Vormittag ist bei uns die produktivste. Erstaunlicherweise gibt es am frühen Abend noch einmal eine Zeit großer Aufnahmefähigkeit. Die Lerneinheiten sind nicht zeitgebunden. Es wird gelernt, bis die Konzentration abnimmt. Dann wird Pause gemacht. Dadurch können sich die Kinder in ein Thema wirklich vertiefen. Manchmal wird dann 2 Stunden am Stück gelernt. Vor allem bei den Kleineren kann es aber auch nur 20 Minuten sein.

Jede Lerneinheit sollte positiv beendet werden. Mit Lob und Freude über das Geschaffte. Alle Mitglieder der Familie haben eine gute Einstellung zum Lernen. Lernen dürfen ist ein Privileg. Wir machen unseren Kindern immer wieder bewusst, dass es Kinder gibt, denen Bildung verwehrt bleibt. Die ganze Familie lernt mit und zeigt Interesse am Lernstoff. Von den Großeltern bis zu den kleinen Geschwistern. Es wird über das neu Gelernte geplaudert und berichtet. Das vertieft und festigt den Lernstoff. Die jüngeren Kinder bekommen so bereits sehr viel Wissen spielerisch mit. Über das Gelernte zu reden ist auch eine perfekte Prüfungsvorbereitung.

Lernen passiert zwar immer und überall, aber bewusst Pause, Wochenende und Ferien machen ist für uns sehr wichtig. Es darf sich nicht immer alles um den Schulstoff und die Prüfungen drehen. Jedes Kind lernt anders und darf auf keinen Fall mit anderen Kindern verglichen werden. Sätze wie: “Deine Schwester hat das aber schneller verstanden!“ sind absolut tabu. Sie demütigen das Kind und zerstören die Geschwisterliebe. Die Verschiedenheit muss auch bei den Lernmaterialien berücksichtigt werden. Sensibles Hinhören wo das Kind steht und was es braucht ist das wichtigste Werkzeug in meinem Unterricht. Mein jüngstes Kind will immer genau wissen, was es an diesem Tag zu tun hat. Meine Älteste will immer nur den nächsten Schritt wissen. Das Tagespensum würde sie erschlagen. Diese Unterschiede muss man berücksichtigen.

Wir versuchen uns die Lernzeit so spannend und fröhlich wie möglich zu gestalten. Es kommen verschiedene Medien zum Einsatz. Schulbücher, Bücher aus der Bücherei, Hörspiele, Lernfilme, Lern Cd-Rom, Museumsbesuche, Ausflüge… Wenn die Lernmoral mal absinkt, weil das Wetter draußen grau in grau ist, machen wir es uns bei einer Tasse Kakao und der Mimi Lesemaus Handpuppe auf der Coach gemütlich. Selbst die älteren Kinder finden es noch witzig, wenn Mimi Lesemaus die Vokabel abprüft und sich unter der Decke versteckt, falls die Antwort falsch ist! Denn Lachen ist immer gut.

Wir lernen jeden Tag dazu und entwickeln uns weiter. Die Kinder und wir Erwachsene. Hausunterricht ist ein spannendes und lohnendes Abenteuer….. Homeschool- Mutter aus OÖ

Kategorie: Allgemein

Das erste Jahr

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Das erste Jahr im Hausunterricht ist sicher etwas schwierig. Alles ist neu und man muss erst seine eigene Familienroutine finden. Es gibt unzählige Lernmaterialien. Die Auswahl kann einen wirklich erschlagen. Ich wollte am Anfang einfach alles haben. Jedes Buch und jedes Lernmaterial. Das wurde natürlich ziemlich teuer. Mit den Jahren haben sich einige Materialien als besonders hilfreich und gut geeignet herausgestellt.  Ich möchte Euch hier mal eine kleine Liste mit Anfangsmaterialien vorstellen.

Deutschunterricht:

In der Vorschulzeit ist Vorlesen sicher die wichtigste Investition. Lege- und Tastspiele um Buchstaben  kennenzulernen gibt es genügend. Davon sollte man auch Gebrauch machen. Wenn dann das erste Schuljahr begonnen hat finde ich das ABC der Tiere System zum Lesen lernen genial.

ABC der Tiere Lesebuch1(Mildenberg Verlag)

Dazu gibt es auch einen Schreiblehrgang. Aber ich finde Mimi Lesemaus als Schreiblehrgang viel klarer und strukturierter.

Mimi Lesesmaus Schreiblehrgang mit Handpuppe ! (Veritas)

Erste Wörter lassen sich mit diesem Stecksystem leicht und spielerisch erlernen.

Paralell zum ABC der Tiere Lesebuch habe ich auch das Mimi Lesemaus Lesebuch verwendet.

Wenn die Buchstaben bereits etwas gekonnt werden kann man langsam mit Mia und Mo (Dorner Verlag) beginnen.

Ab der 2. Klasse sehr zu empfehlen ist Das komplette Federleichtprogramm (Dorner) und Rechtschreiben kinderleicht

und Sprache kinderleicht (Dorner)

 Mathematik:

Nach langem Suchen habe ich mich für Zahlenzug 1-4 entschieden. Das gefällt uns vom Aufbau und Designe her am Besten.

Für den Zehnerübergang hat sich bei uns die Rechenleiste sehr bewährt.

 Ab der 2. Klasse ist das goldene Perlenmaterial großartig.

https://www.montessori-material.de/anleitungen-und-zusatzmaterial/anleitung-goldenes-perlenmaterial/

Das ist die Grundausstattung. Im Internet findet man viele Lernmaterialien zum Ausdrucken und selbst gestalten. Davon haben wir immer sehr profitiert. Besonders gelungen finde ich das Zaubereinmaleins.

Also viel Spaß beim Durchstöbern dieser Materialien. Wenn man seine Kinder zu Hause unterrichtet ist man ja immer auf der Suche nach neuen und guten Lernhilfen. Vielleicht ist ja hier der eine oder andere gute Tipp dabei…

Homeschool -Mutter aus OÖ

Kategorie: Allgemein