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News in the air

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In unseren Köpfen springen Ideen wie kleine Funken durch die Luft. Verlöschen und verschwinden wieder, so geht das jetzt seit ein paar Monaten. Doch das Feuer ist entfacht. Der Funkenflug hinterlässt Spuren und ja wir wollen dieses Projekt jetzt gemeinsam angehen. Es nimmt Form an und wird konkret.

Zwei erfahrene Homeschoolmums wollen aus dem Nähkästchen plaudern. Wir haben viele unterschiedliche Erfahrungen mit Schule und Homeschooling gemacht. Diese Schätze wollen wir mit euch teilen und dafür ist es wichtig, dass wir wissen welche Themen euch unter den Nägeln brennen. Fragen erwünscht – egal, ob ihr selbst Homeschooler seid, gerade überlegt damit zu beginnen oder Herausforderungen in der Regelschule habt und nicht wisst wie ihr euer Kind gut unterstützen könnt. Fragt uns!

Wir sind dabei einen Podcast zu gestalten, der im Laufe dieses Jahres online gehen soll. Das ist zumindest mal unser Plan. Umso mehr Fragen wir von euch bekommen, um so besser können wir diesen Podcast auf eure Bedürfnisse ausrichten.

Susi Mashraki hat 7 Kinder und 5 davon wurden zu Hause unterrichtet. Sie ist von uns beiden auf alle Fälle die erfahrenere Homeschoolmum. Ihr Wissen reicht von der 1. Klasse Volkschule bis hin zur 4. Klasse Mittelschule. Ihre Tochter Sarah macht jetzt die High School. Somit hat Susi auch Erfahrungen mit einem unkonventionellen Weg nach der 4. Klasse Mittelschule. Wenn euch interessiert, wie sie mit dem Homeschoolen begann, könnt ihr diese beeindruckende story bei mir nachlesen. So wie ich, fing sie an ihre Kinder daheim zu unterrichten, da ihre Tochter eine Lernschwäche hat – Legasthenie. Durch ihr Engagement ging Julia nicht in die Sonderschule, sonder wurde zu Hause unterrichtet. Deshalb ist Julia jetzt eine erfolgreiche Buchhändlerin und bereit alle beruflichen Wege einzuschlagen, die ihr am Herzen liegen. Susi hat sich viel Wissen über Legasthenie angeeignet. (https://www.homeschoolerinaustria.at)

Ich decke intensive Homeschoolerfahrungen von der 2. Klasse bis in die 4, Klasse Volkschule ab. Meine Besonderheit ist, dass ich so zusagen ein Schulzwitter bin. Ich habe nie alle Kinder gleichzeitig unterrichtet. Zwei meiner Kinder besuchten immer das reguläre Schulsystem. Ich bin also mit einem Fuß im System und mit dem anderen außerhalb. Während des Lock Downs habe ich dadurch auch sehr deutlich die Unterschiede zwischen echtem und Corona Homeschooling erfahren (Everyday/Corona Homeschooling). So wie Susi bin auch ich mit den Lernschwächen meiner Söhne konfrontiert. Legasthenie und Dyskalkulie (Rechenschwäche) gehören zu unserem Schulalltag, wobei ich sagen muss, dass ich vor allem erfolgreiche Erfahrungen im Bereich Dyskalkulie vorweisen kann.

Viele Kinder mit Lernschwächen haben eine andere Wahrnehmung wie der Durchschnitt der österreichischen Schüler. Deshalb fällt es ihnen oft auch viel schwerer sich lange zu konzentrieren. Beide haben wir erfolgreiche Strategien entwickelt unsere Kinder „online“ zu halten.

Diese Erfahrungen und vieles mehr wollen wir mit euch teilen. Deshalb schreibt uns eure Fragen, Wünsche und Interessen diesbezüglich.

Heidi Collon: hello@stroh-im-kopf.at

Susi Mashraki: homeschoolersinaustria@gmail.com

Heidi
Susi

Stroh im Kopf ?

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Seit dieser Woche gibt es eine neue Bloggerin in der Homeschool-Szene. Ihr Name ist Heidi Collon und sie bezeichnet sich selbst als Homeschool – Zwitterwesen: Halb Corona- und Halb- Everyday Homeschoolerin. Sie lebt in zwei Welten, der des regulären Schulsystems und der des echten Homeschoolens. Seit drei Jahren unterrichtet sie zu Hause. Seit Herbst geht einer ihrer Söhne wieder in die Regelschule.

Ihr Blog heißt  www.stroh-im-kopf.at. Als ich sie fragte, wen sie damit meine, sagte sie mir: „Weißt du, viele Kinder bekommen in der Schule mit, dass sie ungenügend sind. Sie folgern daraus, dass sie Stroh im Kopf hätten. Ich habe mit meinen Kindern gemeinsam ihre vielen Qualitäten entdecken dürfen. Seitdem ich sie daheim unterrichte, merken sie wieder, was für kluge Menschen sie sind. Trotz Lernschwäche, Legasthenie, Dyskalkulie oder auch ADHS oder gerade deshalb, haben solche Kinder wertvolle Fähigkeiten, die sie in unsere Gesellschaft einbringen können, wenn sie in dem Wissen aufwachsen wertvolle Menschen zu sein.“

Für die, die gerade infolge von Corona mit dem Homeschoolen beginnen, hält sie ein paar Tipps parat. Als erstes mal tief durchatmen und entspannen. Homeschooling ist anders als Regelschule . https://www.stroh-im-kopf.at/erste-hilfe-fuer-homeschool-anfaenger/

Sie sieht aber auch, dass die Corona-Homeschooler nochmal ganz anders gefordert sind und erklärt den Unterschied zwischen selbst gewähltem und sich zwangsläufig ergebenden Homeschooling.

https://www.stroh-im-kopf.at/everyday-corona-homeschooling-der-elementare-unterschied/

Und last but not least bleibt sie selbstkritisch und schreibt über ihre eigenen Herausforderungen: Ist eigentlich immer und überall die beste Devise. Heute früh musste ich mich selbst daran erinnern, denn es ging drunter und drüber. Wer mehr dazu lesen möchte, wie es Heidi schaffte doch noch irgendwie den Schultag zu mangen, dem empfehle ich folgenden Link: Keep cool – Stroh im Kopf

Mit allen Sinnen lernen

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Im Babybuch meiner Tochter befinden sich zwei tolle Fotos. In dem einen versucht sie ein Schokoladeeis zu essen. Ihr Hemdchen ist angeschmiert, Schokolade tropft von ihren Händen – und wie die Schokolade in ihre Sandalen geraten ist, werde ich wohl nie erfahren.

Im anderen Foto steht sie im Garten. Ihr Gesicht ist wieder ganz braun verschmiert. Man möchte meinen, dass sie wieder Schokolade im Gesicht hatte. Das stimmt aber nicht. Dieses Mal hat sie etwas Erde gekostet.

Erde, Schokolade: Beides muss von den Kleinen erforscht werden. Es macht ihnen nichts aus, dabei alle ihre Sinne zu verwenden. Meine Tochter isst jetzt keine Erde mehr, weil sie herausgefunden hat, dass Erde nicht gut schmeckt.

Babys und Kleinkinder verwenden alle ihre Sinne, um ihre Umgebung zu erforschen. Das ist ihre Hauptaufgabe. Deshalb riet Charlotte Mason, den kleinen Kindern viele Möglichkeiten zum Erforschen mit allen Sinne zu geben. Wir sollen unsere Kinder geradezu dazu anregen.

Es folgen ein paar von Charlotte Masons Ideen, wie wir unsere Kleinen dazu ermutigen können mithilfe ihrer Sinne zu lernen.

1. Nicht geplante Lektionen: ein Objekt auf mindestens zwei Eigenschaften untersuchen

Es ist am besten, diese Lektionen nicht zu planen, sondern sich einfach mit den Dingen auseinanderzusetzen, wenn man mit ihnen in Kontakt kommt. Das Kind findet das Nest einer Wespe, das auf einem Zweig hängt und bekommt gleich Anschauungsunterricht von den Eltern. Die graue Farbe, die runde symmetrische Figur, die papierähnliche Substanz, die Größe im Vergleich zu anderen  Dingen, die Glattheit des Nestes  mit anderen Dingen vergleichen, den Geruch oder die Abwesenheit eines Geruches, das Gewicht, die Temperatur – diese und 50 weitere Eigenschaften kann ein Kind ohne große Hilfe von den Eltern erforschen. Man findet nicht alle Tage ein Wespennest, aber auch von häufig zu findenden Objekten kann man viel lernen, wie z. B. ein Stück Brot, ein Stück Kohle oder einem Schwamm (Ausschnitt aus 2. Band, Seiten 182 und 183).

2.Verwende alltägliche Gegenstände, um dem Kind den Unterschied von schwer und leicht beizubringen

Als meine Kinder noch klein waren, haben wir oft ein kleines Spiel im Obst- und Gemüseabteil unseres Geschäfts gespielt. Ich habe eine Plastiktasche mit Obst oder Gemüse angefüllt, und dann haben wir geraten, wie schwer die Tasche wohl ist. Dann haben wir die Tasche auf die Waage gelegt, um herauszufinden, wer am besten geraten hatte. “Briefe, Bücher, Äpfel, Orangen, Fruchtfleisch und viele andere Dinge geben uns im Laufe des Tages die Gelegenheit für solche Lektionen.” (2. Band, Seite 184)

3.Verwende alltägliche Gegenstände, um auf Größenunterschiede hinzuweisen

“Genauso soll Kindern beigebracht werden, die Größe eines Objektes abzuschätzen. Wie lange ist die Kerze? Wie lang und breit ist der Bilderrahmen? usw. Und dann mit dem Lineal nachmessen, ob sie gut geschätzt haben. (2. Band, Seite 185)

4.Verwende alltägliche Situationen , um dem Kind das genaue Zuhören beizubringen

Fang mit einfachen Übungen an, z. B. “Beschreibe alles, was du hörst” (Das ist übrigens ein großartiges Spiel für Warteräume oder Restaurants.). Langsam kann man dann vom losen Beschreiben eines Geräusches zum genauen Beschreiben übergehen z. B. die Laute eines Vogels als Ruf- oder Singlaute beschreiben; fünf unterschiedliche Laute eines Baches beschreiben. Schritte oder Stimmen beschreiben, indem man mit geschlossenen Augen bestimmt, woher die Schritte kommen.” (2. Band, Seite 185)

Man kann ähnliche Spiele erfinden, um die anderen Sinne (Fühlen, Riechen und Schmecken) zu kultivieren. Diese Lektionen sollen nicht formal oder geplant sein. Verwende einfach die natürliche Umgebung deiner Familie.

5. Mache viele Fotos

Mit freundlicher Genehmigung von simplycharlottemason.com

Mission Statements für Homeschooler

Leitplanke
Stell dir vor:
Es ist Ende Januar, seit Monaten ist es kalt und verschneit, vier Kinder im Alter zwischen 3 und 9 Jahren sind schlecht gelaunt und zu allem Überfluss kämpfst du mit deinen monatlichen Hormonschwankungen. Nach einem völlig chaotischen Morgen, in der keine einzige Aufgabe zu Ende gebracht wurde, ruft dein Mann dich aus der Arbeit an und fragt: „Schatz, wie geht’s?”
Völlig entnervt erzählst du von dem Morgen und fragst ihn: „Warum machen wir das alles überhaupt, können wir die Kinder nicht einfach in die Schule schicken? Sie haben keine Lust, ich habe das Gefühl ihnen niemals gerecht werden zu können, ich weiß überhaupt nicht, was das alles soll!“
Vielleicht kennst du solche eine Situation, vielleicht hast du selber schon mal eine ähnliche Situation erlebt, in der du dich fragtest: „Warum das alles, der Preis scheint so hoch und ich weiß nicht wie lange ich das noch schaffe“.
Oder du stehst am Anfang des Weges und fragst dich „Wie soll das alles werden, bin ich/ sind wir der Aufgabe gewachsen?“. Möglicherweise bist du auch unheimlich motiviert, freust dich auf die gemeinsamen Erfahrungen mit den Kindern und fragst dich wozu solch ein „Mission Statement“ nützlich sein soll?
Doch, was ist das überhaupt – ein Mission Statement?
In meiner Recherche zum Thema stieß ich auf eine passende Definition bei www.karriere.de:
Ein Mission Statement ist:
„Eine Art persönliche Leitplanke, die uns immer wieder daran erinnert soll, wofür wir tun was wir tun“
In meiner Eingangs erwähnten Geschichte war die Antwort meines Mannes: „Wir möchten, dass die Kinder in einer christlichen Weltsicht aufwachsen und ihnen diese Weltsicht in allem Leben und Lernen vermitteln“
Erleichtert seufzt die Mutter, atmet tief durch und fühlt sich gestärkt dem Chaos entgegenzutreten. Der Nebel ist gewichen, das Ziel wieder vor Augen.
Die Geschichte hat sich ungefähr so in diesem Jahr bei uns zu Hause zugetragen. Die Aussage meines Mannes hat mich unheimlich beruhigt, weil ich erinnert wurde wofür ich tue was ich tue.
Wie sich solch ein „Mission Statement“ entwickelt, welche weiteren Vorteile es bietet und wie es unseren Alltag beeinflusst, werdet ihr am Freitag morgen auf dem Homeschooling Seminar am Annaberg erfahren.
Ich freue mich auf euch!
Sabine

www.arturbine.at

Werkzeugkasten


 

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Schon als Kind hat mich der Werkzeugraum meines Vater fasziniert. Es war ein Sperrgebiet, in dem Kinder nichts zu suchen hatten. Es wimmelte dort nur von Nägeln und Schrauben, Pfeilen und Schleifpapier. All das was ich gerne ausprobieren wollte.

Ich erinnere mich an Tage auf der Gartenbank in Berlin, in denen ich mit meiner Schwester Schlangen geschnitzt habe. Eigentlich haben wir nur die Rinde von kleinen Ästen entfernt und dann die Ästchen bunt bemalt. Nicht schön aber selten. Eigentlich wollten wir nur schnitzen. Und zwar viel und lange.

Schnitzen macht Spaß, fördert nebenbei auch noch die Konzentration und verbessert die eigene Körperwahrnehmung. Meist ist das Schnitzen der Einstieg zum Werken. Die meisten Kinder erlernen beim Schnitzen sehr schnell den Umgang mit scharfen Gegenständen und entwickeln ein Gespür für Feinheiten. Und wenn wir doch schon beim Schnitzen angelangt sind, denke ich wieder an den Werkzeugschuppen meines Vaters. Pfeilen und Schleifpapier. Hammer und Nägel. Aber was sollten Kinder eigentlich in die Hände bekommen und wo hört der Spaß auf? Ist es nicht viel zu gefährlich? Sind wir nicht eine Generation, die ihre Kinder doch am liebsten mit einem warmen Kakao in Watte packt oder auf das nächstgelegene Sofa?

Ich habe Maren Bertram gefragt, was sie dazu sagt. Maren ist Pastorenehefrau in einer FEG. Marens Kinder gehen nicht in den Kindergarten. Sie hat 4 Jungs und ist obendrein noch Sozialpädagogin. Damit hat sie sich qualifiziert mir hierzu Rede und Antwort zu stehen.

Maren, ihr seid eine kreative und handwerklich begabte Familie. Du kennst dich bestens aus. Kannst Du mir genauer erzählen, welche Werkzeuge deine Kinder verwenden dürfen?
Maren: Wir haben unsere Kinder schon ab dem 1. Lebensjahr mit echtem Werkzeug hantieren lassen – unter Aufsicht und Begleitung. Ab 2,5 Jahren haben unsere Jungs auch mit echten Schnitzmessern und Taschenmessern geschnitzt. Mit 1,5 Jahren hantierte unser vierter Sohn schon mit dem Demel und versuchte es (bei niedriger Drehzahl) seinem vier Jahre größeren Bruder gleich zu tun und an einem Holzlöffel herumzuschleifen.
Alexandra: Wow, das heißt, deine Kinder sind von klein auf richtige Handwerker! Hast Du keine Angst, dass sie sich verletzen könnten?
Maren: Bei Messern mit abgerundeter Spitze sehe ich kein Problem unter Aufsicht. Unseren Kindern ist bis auf einen kleinen Schnitt in den Finger nichts passiert. Aber es gibt eben Regeln. “Wer schnitzt, der sitzt.” Vom Körper weg arbeiten. Natürlich bedarf es Eltern, die da wirklich einführen und erklären, wie die Werkzeuge verwendet werden müssen. Mein Mann ist Stammesführer der Pfadfinder unserer Kirchengemeinde. Von Baby an sind unsere Jungs auf Pfadilagern mit dabei. Unsere Kinder wissen, dass Feuer heiß ist und dass Messer scharf sind, sie konnten einen natürlichen Respekt entwickeln.
Alexandra: Mit welchem Werkzeug beginnt ihr denn mit den Kindern?
Maren: Für die Allerkleinsten mit 8 Monaten gibt es von Victorinox ein Plastiktaschenmesser. Das begleitet die Kinder am Anfang, dann wird aber das richtige Werkzeug sehr schnell interessant. Das Kind will etwas schaffen. Es möchte den Eltern nacheifern. Wie soll es das mit Spielwerkzeugen?
Alexandra: Wie setzt du die Werkzeuge im Alltag ein?
Maren: Wir fertigen mit den Kindern alltagsnahe Gegenstände an. Wir haben zum Beispiel ein Vogelhäuschen gebaut und auch schon den einen oder anderen Löffel geschnitzt. Wir haben sogar unsere Werkzeugkiste selbst gebaut, für jedes Kind eine eigene. Wir verwenden das Werkzeug aber auch im Wald in unserer Hütte und bauen da mit den Werkzeugen. Wenn wir Möbel aufbauen oder auseinander bauen, haben wir unsere Kinder immer dabei und beziehen sie mit ein. Ich versuche meine Kinder viel im Alltag zu involvieren. Natürlich gibt es immer Dinge, die bei einer Großfamilie repariert werden müssen, da beziehen wir unsere Jungs immer mit ein. Wir versuchen uns sogar an selbstgebauten Spielzeugen und selbstgemachten Geschenken. Wir können viele Gegenstände herstellen, die man sonst kaufen müsste. So lässt sich unser kindergartenfreier Alltag gut füllen mit sinnvollen Tätigkeiten. Die Dinge die dann entstehen habe ich auch lieber, als verschiedenste Basteleien. Bei vier Kindern könnten wir das Haus mit Bastelarbeiten und Kunstwerken tapezieren. Da bin ich froh, dass unsere Kinder eher Gegenstände herstellen, die wir gut gebrauchen können. Und ich stelle fest, das macht die Kinder auch viel zufriedener. Man kann auch Bauklötze selber herstellen. Ich erinnere mich daran, dass wir sogar eine Flöte gebaut haben. Holz ist nicht das einzige Material, das wir verwenden. Es gibt ja auch die Möglichkeit mit Seife zu schnitzen oder mit Kartoffeln und Balsaholz. Ich finde es ganz wunderbar verschiedene Materialien kennen zu lernen. Das eröffnet den Kindern auch einen Einblick in Gottes Schöpfung. Die Kinder können daraus ihre Materialien nehmen und ihre Ideen entwickeln.
Alexandra: Ist es dir nicht zu stressig, drei Kinder gleichzeitig beim Werkeln zu beaufsichtigen?
Maren: Es ist ja nicht so, dass alle Kinder auf einmal da waren. Die Kinder sind nacheinander gekommen und ich habe immer genug Zeit mich um ein Kind zu kümmern und es einzuweisen. Die ganz kleinen beginnen mit dem Plastiktaschenmesser. Und im Alter von zwei Jahren haben sie begonnen mit dem richtigen Schnitzmesser zu arbeiten. Ich habe dann daneben gesessen, mit einem kleineren Kind in der Trage auf dem Rücken und habe alles genau erklärt. Stück für Stück werden die Kinder sicherer und man kann ihnen mehr zutrauen. Unser Sechsjähriger ist heute sehr sicher im Umgang mit Werkzeug. Wenn ich den Jungs eine Säge gebe, dann sägen sie sich ja nicht gleich den Finger ab, sondern sie imitieren unsere Bewegungen und wissen, dass man damit an Ästen sägt. Das sind einfach Dinge, die sind auch einem Zweijährigen klar. Als der Größere dann immer sicherer wurde, konnte ich beginnen den Kleineren enger zu begleiten und ihn heranzuführen. Der Kleinere hat sich dann aber auch schon vieles direkt bei seinem Bruder abgeschaut. Selbstverständlich saß ich viel daneben und dahinter. Für uns hat es sich als sehr praktisch herausgestellt, dass ich mit den Kindern auf unseren Stufen sitze. So kann ich hinter dem Kind sitzen und mit meinen Händen seine Hände führen, so dass die Schnittführung am Anfang gut verinnerlicht wird. Unsere Kinder schnitzen auch immer ohne Schutzhandschuhe.
Alexandra: Welche positive Entwicklung beobachtest Du an deinen Kindern im Umgang mit Werkzeugen und an ihren Fertigkeiten damit?
Maren: Also erst einmal bin ich froh darüber, eine weitere Beschäftigungsmöglichkeit für die Kinder zu haben. Noch dazu ist es eine Tätigkeit die draußen und in der Natur stattfindet. Das finde ich optimal. Unsere Kinder entwickeln sehr viel Kreativität. Unsere ersten beiden Kinder hatten in den ersten Jahren nur Holzspielzeug. Wir als Eltern konnten dann gut zusätzliche Figuren schnitzen und diese wurden wertgeschätzt. Durch unsere Arbeit mit Holz haben unsere Kinder natürlich auch ein Interesse entwickelt, selbst Figuren zu schnitzen. Man kann natürlich nicht von seinem Kind erwarten, dass es Spaß an solchen Dingen hat, wenn die Eltern so etwas gar nicht machen. Wir können unsere Kinder dafür begeistern. Ich bemerke eine Kettenreaktion bei unseren Kindern. Wenn das älteste Kind Interesse hat, dann wollen die anderen mitziehen. Sie lernen von einander und sie helfen sich gegenseitig. Wir arbeiten auch immer wieder an Langzeitprojekten, wo meine Kinder auf die Hilfe der anderen angewiesen sind. Und natürlich wird die Feinmotorik geschult. Unsere Kinder hatten noch nie Nachholbedarf diesbezüglich.
Danke Maren für diesen Einblick.

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Alexandra und ihr Mann leben seit 2 1/2 Jahren im Elsass. Vor vier Jahren haben sie die Internetseite kindergartenfrei.org ins Leben gerufen.

Alexandra ist die Hauptreferentin am 6. Homeschooler-Seminar  Oktober 2019

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