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Das erste Jahr, #2

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Nach 5 Jahren Hausunterricht sind wir ein eingespieltes Team. Wir wissen wie, womit und wann ein Jeder am besten lernt. Das hat jedoch ein Weilchen gedauert und bedurfte viel Sensibilität und Selbstreflektion. Man darf nicht gleich aufgeben.

Bei uns haben sich folgende Punkte als wichtig herausgestellt. Eine fixe Uhrzeit, wo für alle Kinder der Unterricht beginnt. Die Zeit am Vormittag ist bei uns die produktivste. Erstaunlicherweise gibt es am frühen Abend noch einmal eine Zeit großer Aufnahmefähigkeit. Die Lerneinheiten sind nicht zeitgebunden. Es wird gelernt, bis die Konzentration abnimmt. Dann wird Pause gemacht. Dadurch können sich die Kinder in ein Thema wirklich vertiefen. Manchmal wird dann 2 Stunden am Stück gelernt. Vor allem bei den Kleineren kann es aber auch nur 20 Minuten sein.

Jede Lerneinheit sollte positiv beendet werden. Mit Lob und Freude über das Geschaffte. Alle Mitglieder der Familie haben eine gute Einstellung zum Lernen. Lernen dürfen ist ein Privileg. Wir machen unseren Kindern immer wieder bewusst, dass es Kinder gibt, denen Bildung verwehrt bleibt. Die ganze Familie lernt mit und zeigt Interesse am Lernstoff. Von den Großeltern bis zu den kleinen Geschwistern. Es wird über das neu Gelernte geplaudert und berichtet. Das vertieft und festigt den Lernstoff. Die jüngeren Kinder bekommen so bereits sehr viel Wissen spielerisch mit. Über das Gelernte zu reden ist auch eine perfekte Prüfungsvorbereitung.

Lernen passiert zwar immer und überall, aber bewusst Pause, Wochenende und Ferien machen ist für uns sehr wichtig. Es darf sich nicht immer alles um den Schulstoff und die Prüfungen drehen. Jedes Kind lernt anders und darf auf keinen Fall mit anderen Kindern verglichen werden. Sätze wie: “Deine Schwester hat das aber schneller verstanden!“ sind absolut tabu. Sie demütigen das Kind und zerstören die Geschwisterliebe. Die Verschiedenheit muss auch bei den Lernmaterialien berücksichtigt werden. Sensibles Hinhören wo das Kind steht und was es braucht ist das wichtigste Werkzeug in meinem Unterricht. Mein jüngstes Kind will immer genau wissen, was es an diesem Tag zu tun hat. Meine Älteste will immer nur den nächsten Schritt wissen. Das Tagespensum würde sie erschlagen. Diese Unterschiede muss man berücksichtigen.

Wir versuchen uns die Lernzeit so spannend und fröhlich wie möglich zu gestalten. Es kommen verschiedene Medien zum Einsatz. Schulbücher, Bücher aus der Bücherei, Hörspiele, Lernfilme, Lern Cd-Rom, Museumsbesuche, Ausflüge… Wenn die Lernmoral mal absinkt, weil das Wetter draußen grau in grau ist, machen wir es uns bei einer Tasse Kakao und der Mimi Lesemaus Handpuppe auf der Coach gemütlich. Selbst die älteren Kinder finden es noch witzig, wenn Mimi Lesemaus die Vokabel abprüft und sich unter der Decke versteckt, falls die Antwort falsch ist! Denn Lachen ist immer gut.

Wir lernen jeden Tag dazu und entwickeln uns weiter. Die Kinder und wir Erwachsene. Hausunterricht ist ein spannendes und lohnendes Abenteuer….. Homeschool- Mutter aus OÖ

Kategorie: Allgemein

2 Kommentare zu “Das erste Jahr, #2

  1. Obwohl meine Kinder noch klein sind, beschäftige ich mich immer mehr mit dem Thema Homeschooling. Leider habe ich keinerlei Freunde/Verwandte, welche auf diesem Gebiet Erfahrunghaben.
    Ich sympathisiere sehr mit dem Gedanken des häuslichen Unterrichts, wenn auch noch viele Fragen offen sind.

    Wir leben ebenfalls in OÖ und ich würde mich über die Möglichkeit eines persönlichen Kontaktes mit dem Autor sehr freuen.

    Lg Martina aus OÖ

  2. Hier schreibt eine erfahrene Mutter, das merkt man. Mir hat der Artikel sehr gefallen, vieles machen wir genau gleich. Wir beginnen z.B. auch zu einer fixen Uhrzeit und nachher ist der Stundenplan flexibel.
    Auch das wegen den Pausen, Wochenenden und Ferien sehe ich genau gleich. Natürlich wird immer und überall gelernt, in den Ferien lernen die Kids auch ganz viel (anderes) und vorlesen tun wir in den Ferien auch. Aber es tut, wenn das Mathematikbuch mal geschlossen bleibt und wenn es mal keine Pflichtaufgaben gibt. Mama sowie die Kinder brauchen solche Zeiten.
    Auch der Punkt, dass man die Kinder auf keinen Fall vergleichen darf, hat mir gefallen. Das wissen wir ja alle in der Theorie, aber wir müssen immer wieder daran erinnert werden.
    Es war auch hilfreich für mich zu lesen, dass einige Kinder das ganze Tagespensum wissen wollen und andere nur den nächsten Schreitt. Unsere sind da auch SEHR verschieden, was ich nicht immer einfach finde. Unsere Älteste will auch immer das ganze Pensum wissen und hat es am liebsten genau eingeteilt, ziemlich peinlich nach Uhrzeit, was mir nicht immer so gefällt. Ich denke, ich soll mit ihr anstreben, nicht so von der Uhr abhängig zu sein, aber ich muss akzeptieren, dass sie einen Rahmen braucht, denn sonst ist sie verloren.
    Jede Lerneinheit positiv beenden! Das will ich mitnehmen für die nächste Woche.
    Alles Gute und weiterhin viele fröhliche Stunden beim gemeinsamen Lernen!

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