Das Ziel vor Augen behalten

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Vor einem Jahr hörte ich das erste Mal von C2C. Meine Freundin Crystal erzählte mir von ihrem Traum quer durch England zu wandern, und zwar von Küste zu Küste, daher der Name (coast2coast).

 

Im August vergangenen Jahres realisierte sie mit ihrem Mann Ethan ihren Traum. In nur sechzehn Tagen wanderten sie 192 Meilen (309 Kilometer).

 

Dank Instagram und einem kleinen handgeschriebenen Buch von Wainwright “Wandern von Küste zu Küste” konnte ich ihr Abenteuer auch von der anderen Seite des Kanals täglich mitverfolgen. Manchmal schlenderte ich durch eine atemberaubende Landschaft, ein andermal trottete ich entlang eintöniger Felder. Es gab Momente, wo mich herrlicher Sonnenschein wärmte. An manchen Tagen machten mich Wind und Regen fertig. Da waren gerade und flache Strecken, ebenso wie felsige und steile Aufstiege.

 

Als ich Crystal fragte, wie sie so etwas durchstehen konnte, sagte sie bedeutungsvoll: “Ein Schritt nach dem andern.”

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Ausdauer

Die C2C-Reise ist ein lebendiges Beispiel für die Kraft von Beharrlichkeit “standhafte Ausdauer trotz Opposition oder Hindernissen.”

 

Ausdauer spielt eine wichtige Rolle für jeden, der quer durch ein Land wandern möchte. Charlotte Mason war der Meinung, dass es ebenso entscheidend für jeden sei, der gerade dabei ist, eine Gewohnheit einzutrainieren.

 

“Takt, Wachsamkeit und Ausdauer sind Eigenschaften, die jeder von uns haben sollte. Wenn wir sie haben, ist das Kind schnell bereit, die neue Angewohnheit anzunehmen.” (Vol. 1, S. 122)

 

Da Gewohnheiten durch Wiederholung eingelernt werden, ist es klar, dass Ausdauer Teil eines Trainings einer neuen Gewohnheit ist. Es kann aber auch der schwierigste Teil sein.

 

Viele von uns starten mit großen Hoffnungen und Träumen in unseren Herzen, und erst arbeiten wir für eine Weile treu daran. Aber wenn wir dann auf Hindernisse oder auf Widerstand stoßen, kommen wir ins Wanken und geben auf.

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Klar möchtest du, dass das Zimmer deines Kindes ordentlich aufgeräumt ist, aber wenn du dich das 15. Mal diese Woche mit der schmutzigen Kleidung auf dem Boden auseinandersetzen musst, wird man leicht entmutigt und denkt sich, ob es sich wirklich auszahlt, dranzubleiben.

 

Du hast auch vor, mit deinem Kind in einem freundlichen Ton zu reden, aber wenn du des Öfteren am Tag deine Beherrschung verlierst, wird dir der Wind aus den Segeln genommen.

 

Ausdauer ist oberstes Gebot.

 

Einige C2C-Erfahrungen mit praktischen Tipps werden uns ermutigen, ausdauernder in unserem Tag-für-Tag-Training von Gewohnheiten zu sein. Im Folgenden gibt es sechs Ideen, die Crystal geholfen haben, einen Schritt nach dem anderen zu gehen.

 

1. Halte dir das Ziel vor Augen.

 

Verliere nie aus den Augen, was du erreichen möchtest. Auch wenn andere aufgeben, halte dir dein Ziel vor Augen. Crystal formulierte das so: “Ich wusste, dass ich das machen wollte. Ich wusste, ich konnte es schaffen. Ich hasse es aufzugeben. Gib NIE (niemals) auf. Und deshalb machte ich weiter… Sogar als ich hörte, dass andere den Bus nahmen und sich Autos und Boote mieteten. Ich wusste, dass ich es mir selbst beweisen musste, dass ich es schaffen konnte.”

 

2. Setze dir kleine Ziele, um ans Ziel zu gelangen

 

Crystal und Ethan konzentrierten sich auf kürzere Strecken zwischen den Städten und Herbergen. Sie versuchten nicht, auf einmal von Küste zu Küste zu gelangen. Es half ihnen, sich “kleinere erreichbare Ziele” zu setzen und zu sehen, dass diese erreicht wurden.

 

Mach es genau so, wenn du Gewohnheiten einübst. Du kannst wahrscheinlich nicht erwarten, dass dein Kind sofort in allen Bereichen ordentlich wird (Bücher, Zimmer, Kasten, Schmutzwäsche). Setze “kleine erreichbare Ziele”, die dich dem großen Ziel näher bringen und konzentriere dich darauf, ein Ziel nach dem anderen zu erreichen. Jeder kleine Erfolg, der erreicht wird, hilft dir dranzubleiben, damit du dich dein Endziel erreichst.

 

3. Gehe im Glauben voran

 

Crystal hat Probleme damit, das B12-Vitamin aufzunehmen. Daher braucht sie regelmäßige Injektionen, die ihren Energielevel auf einem normalen Niveau halten. Ihr war klar, dass sie während ihrer Zeit in England so eine Injektion bekommen musste, um die Strecke zu schaffen. Sie wusste aber nicht, wie das anstellen sollte. Sie überlegte mehrere Möglichkeiten, aber keine schien eine perfekte Lösung zu sein. Trotzdem ließ sie sich nicht davon abhalten, weiterzumachen. Sie ging los und erkundigte sich in diversen Orten und Städten nach Lösungsmöglichkeiten, als sie schließlich entdeckte, dass einer der anderen Wanderer die Antwort war. “Gott hatte Ann, eine Krankenschwester und Wegbegleiterin, vorherbestimmt, mir die Injektion zu geben, als sie fällig war.

 

Im Begriff Ausdauer wird deutlich, dass Hindernisse unweigerlich auf uns zukommen. Man weiß vielleicht nicht welche vor uns liegen, aber lass das kein Hindernis sein, nicht loszumarschieren. Es könnte sein, dass es schwieriger wird als erwartet, es könnte aber auch leichter sein. Geh los, auch wenn du nicht alle Antworten auf alle Fragen hast. Auch wenn du nicht immer die Lösungen für deine Hindernisse entlang des Weges sehen kannst, du kannst dir sicher sein, dass auf Gott und sein rechtzeitiges Eingreifen Verlass ist. Er ist unser bester Beistand.

4. Umgib dich mit Ermutigung

 

Genauso wie du zögern würdest, von Küste zu Küste alleine loszumarschieren, ist es eine gute Idee, sich Ermutigung und Unterstützung für das Training von Gewohnheiten zu holen. Cyrstal erklärte uns, wie ermutigend und erbauend es war zu wissen, dass Freunde und Familie hinter ihnen standen und sie anfeuerten.” Ihr Mann war ihr größter Fan: “Mein treuer Führer und Mitstreiter Ethan war so positiv und ermutigend!” Leute, die dich entlang des Weges ermutigen können, sind lebensnotwendig.

 

Überleg dir, welche Aktionen und Veranstaltungen dich stark machen und ermutigen. Highlights auf Crystals Marsch waren Dinge wie fabelhafter Tee, heiße Bäder und sinnvolle Besichtigungen. Vielleicht ist ja Lesen, Stricken, Malen, Spazieren, Backen, Singen oder Spielen etwas für dich? Was auch immer dir hilft dranzubleiben auf deinem Weg, schau, dass du alles machst, was dazu beiträgt, dich zu ermutigen.

5. Lebe im Jetzt

 

Eins der Dinge, die Crystal auf ihrem Weg geholfen hat war “innezuhalten und im Jetzt zu leben.” Ein schwieriger Aufstieg mag vielleicht morgen auf dich zukommen, aber heute – gerade jetzt – konzentrierte sie sich auf das schöne Stück Land, auf dem sie heute stand.

 

Anstatt an alle Dinge, die sie noch nicht erreicht hatte, zu denken, war sie dankbar für das Jetzt. Wie schon erwähnt, halte nach kleinen Erfolgen Ausschau und feiere diese!

 

6. Ruhe dich aus, wenn es nötig ist

 

Crystal und Ethan haben Tage der Ruhe und Erholung auf ihrer Reise eingeplant. Sie achteten darauf, dass sie genügend schliefen.

 

Achte darauf, dass du genügend Schlaf und Möglichkeiten zum Ausruhen bekommst. Pausen wirken sich auf deine Einstellung und deine emotionale Gesundheit aus! Es mag schwer sein zu glauben, dass das Schlafpensum, das Mutter bekommt, eine schwerwiegende Auswirkung auf das Gelingen bzw. Misslingen beim Einüben einer Gewohnheit hat. Vermutlich stimmst du mit mir überein, dass Geduld, Güte und Takt einfacher im Umgang mit anderen zu leben ist, wenn man ausgeruht ist.

 

Möge es dir gelingen, Ausdauer einzuüben, auch wenn Hindernisse und Widerstand auf dich zukommen. Du wirst es brauchen, um Gewohnheiten zu trainieren!

Quelle: https://simplycharlottemason.com/

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