Monthly Archives: Oktober 2014

Sagen und Balladen

Diese Woche haben wir uns intensiv mit Johann Wolfgang von Goethe auseinandergesetzt.

Wir stellten die Unterschiede zwischen Sagen und Balladen fest und lasen seine Biographie von Gertrude  Fussenegger.

goethe Goethe. Sein Leben für Kinder erzählt

 

Dazu lernte S. (11 ) den Zauberlehrling auswendig und J . (13 ) den   Erlkönig. Somit können sie in Zukunft Redewendungen wie : “Die Geister , die ich rief , wird ich nicht mehr los ” und “Und bist du nicht willig, so brauch’ ich Gewalt. ” zu Goethe einordnen.

S. beschäftigt sich in Biologie mit dem menschlichen Körper. Dazu möchte ich das englische Buch : “Blood and  Guts ” empfehen.

Es gibt darin viele witzige und interessante  Experimente .

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Blood and Guts 

“Ein Freund für Max” war S.(8) erstes Buch , das er alleine gelesen hat. Er war sehr stolz  und ich freue  mich , dass er ganz offensichtlich gerne liest.

PICTURE_1309271154PG   http://lesefuchs-online.de

 

Dieses Buch  lese ich meinen jüngeren Kindern vor :

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Der glückliche Löwe 

 

Für die Musikprüfung sollen wir uns mit dem Komponisten Friedrich Smetana und” Die Moldau ” beschäftigen.

In diesem Buch begeben sich kleine und große Musikfreunde auf eine aufregende musikalische Reise entlang des schönen Stroms.

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Die Moldau

Die Moldau ist eine Programmmusik, die sich mit dem Flußverlauf der Moldau beschäftigt.

Zunächst stellt Smetana die Quellen vor, die von zwei Flöten dargestellt werden.

Im weiteren Verlauf wird das Hauptmotiv der Moldau von den Streichern gespielt und dann vom

gesamten Orchester übernommen. Im Anschluß daran ertönt im Wald eine Jagdszene, die durch den Klang

der Hörner gekennzeichnet ist.

Die Moldau windet sich weiter und fließt an einer Bauernhochzeit auf dem Lande vorbei. Man kann dabei

die fröhlichen Tänze der Hochzeitsgesellschaft im Hauptmotiv hören.

Inzwischen ist es Nacht geworden und der Fluß fließt im hellen Licht des Mondscheins an zarten Nymphen

vorbei, die einen Reigen tanzen.

Danach erscheint wieder das Hauptmotiv der Moldau, die nun zu einem breiten Strom geworden ist.

An den Sankt Johann Stromschnellen erreicht die Spannung ihren Höhepunkt. Paukenschläge und laute

Blechbläser verdeutlichen die Gefahr der vielen Stromschnellen und des bedrohlich rauschenden Wassers.

Nach den Stromschnellen ist die Moldau wieder zur Ruhe gekommen und strömt nun breit dahin.

Zum Schluß erscheint das Vysehrad-Motiv bevor die Moldau an der Mündung den Blicken entschwindet.

Quelle :http://www.tobias-online.eu/Smetana/startseite.htm

 

Hier gibt es ein gutes Arbeitsblatt :  Die Moldau

Wir haben es vergrößert und die verschiedenen Abschnitte dazu gemalt.

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Category: Lernen | Tags: ,

Wie gestalten wir den Fremdsprachenunterricht nach Charlotte Mason?

In diesem Bereich, so muss ich gestehen, lehne ich mich gedanklich nicht so nahe an Mason an. Überhaupt sind meine Ausführungen in dieser Serie eher eine Beschreibung dessen, was wir von Mason gelernt und, geprägt durch unsere eigenen Persönlichkeiten und Lernerfahrungen, in unserer Familie umgesetzt haben.

 

Unser Ansatz zum Fremdsprachenlernen sieht so aus:

  1. Wir sind ständig auf der Suche nach lebendigen Büchern. Als besonders ergiebig hat sich bisher ein Brockenhaus erwiesen, in dem wir regelmässig Bücherbestände von ehemaligen Lehrkräften finden.
  2. Wir machten es uns zur Pflicht, Bücher in ihrer Originalsprache vorzulesen, zur Hauptsache in Deutsch, Englisch und Französisch. So werden die Kinder, früh mit Aussprache und Wortlaut vertraut. Meine Frau übersetzt die Texte oft ins Deutsche. Heute fragen wir unsere Älteren, ob sie den Jüngeren den Text übersetzen bzw. zusammenfassen können.
  3. Das Vorlesen in vertrauter Atmosphäre im Kreis gehört zur täglichen Gewohnheit des Unterrichts meiner Frau. Die Kinder sind davon angezogen, man muss sie nicht rufen. Einfache Sätze und Bilder sind wichtige Hilfen für das inhaltliche Verständnis.
  4. Ab und zu spielen wir den Kindern auch Ausschnitte aus Filmen mit der Originalsprache vor. Sie sind davon nicht besonders angetan. Eine Variante ist die Einstellung mit deutschen Untertiteln.
  5. Mit unserem Dritten haben wir einen Versuch unternommen. Meine Frau absolviert mit ihm einen Langenscheidt-Sprachkurs Italienisch. Er lernt vor allem ab CD ganze Sätze auswendig. Jetzt besucht er den Italienisch-Unterricht für Secondos (Fremdsprachige zweiter Generation).
  6. Die Kombination von Buch und CD ist ab Mittelstufe eine gute Sache. Das Kind hört sich (täglich) einen Abschnitt ab CD an und liest parallel im Buch nach. Manchmal hat es sich als hilfreich erwiesen, nachher noch die deutsche Übersetzung zu lesen. Oft lasse ich mir das Gelesene auf Deutsch zusammenfassen.
  7. Wann immer wir mit einer Sprache in Berührung kommen, machen wir die Kinder darauf aufmerksam. Nach Möglichkeit beginnen wir mit der Person ein Gespräch.
  8. Ohne Vokabeln-Lernen geht es nicht. Unsere Kinder lernen ganze Sätze ab kleinen und grossen Lernkarten. Ab Mittelstufe lassen wir die Vokabeln schreiben.

 

Hanniel (38) und Anne Catherine (35) unterrichten ihre Kinder, fünf Söhne im Altern von 10, 8, 6, 4 und 2 Jahren, seit 2008. Anne Catherine ist Grundschullehrerin, Hanniel arbeitet Teilzeit als Personalentwickler in einer privaten Spitalgruppe.

Hanniel bloggt auf  http://hanniel.ch/  und ist Verfasser des Buches „Home Education“ (VKW: Bonn 2011).


 

Das Kernstück nach Charlotte Mason: Nacherzählen

 

Zwei weitere Fragen sind mir gestellt worden. Sie betreffenden den für die Bildungsphilosophie von Mason so zentralen Narrativen Ansatz. Es geht um die Gewohnheit, Gelesenes und Gehörtes in eigenen Worten wiederzugeben. Wie „funktioniert“ dieser Ansatz?

  • Wähle Klassiker mit reichen Inhalten.
  • Lies in der Originalsprache. Die Kinder brauchen nicht lange, um mitzukommen.
  • Test: Wenn du unsicher bist, ob ein Buch die Kinder anspricht, dann lies eine Seite vor und achte auf die Reaktionen.
  • Der Text muss für sich sprechen. Füge keine langen Erklärungen an.
  • Bebilderte Bücher sind ein Zusatzgenuss. Wähle Versionen mit guten Illustrationen.
  • Bevor du weiter liest: Lass die Kinder in eigenen Worten die letzte Etappe zusammenfassen. Das bereichert ihren Wortschatz, steigert ihre Konzentration und gibt dir eine Vorstellung davon, was hängen geblieben ist.

Jetzt aber zu den Fragen.

  1. Kinder erzählen, was sie spannend finden und was ihnen gefallen hat. Darf man Kinder unterbrechen und nachfragen?

Zuerst: Eine Erzählkultur muss aufgebaut werden. Ich erfahre dies als Langzeitprojekt. Es braucht einige Monate, bis die Kinder sich ans Nacherzählen gewöhnt haben. Wir merken mit den Jahren, dass die Kinder von sich aus kommen und unaufgefordert erzählen wollen. Dabei erfahre ich mich manchmal als Bremser. Ich löse mich nur ungern aus eigenen Beschäftigungen heraus. Ich muss mich innerlich aufraffen und dem Kind gezielt zuhören. Wenn ich das nicht tue, dann wird es weniger zu mir kommen.

Für die erste Phase des Aufbaus empfehle ich: Beginne mit kurzen Abschnitten. Ganz wichtig ist meine innere Haltung als Erzähler. Die Atmosphäre ist entscheidend: Ungeduld überträgt sich sofort auf den Erzählenden. Dazu rate ich: Lass das Kind auf jeden Fall ausreden. Wenn es fertig ist, schweige noch fünf bis zehn Sekunden still. Vielleicht fügt es dann noch etwas hinzu.

Unterbrechen erlebe ich als ungünstig. Es passiert mir auch immer wieder. Unentbehrlich finde ich jedoch das Nachhaken: „Jetzt habe ich gehört, was du erzählt hast. Was steht sonst noch in der Geschichte?“ Auch hier lasse ich dem Kind Zeit zum Nachdenken. Eine andere Form hört sich so an: „Was müsstest du jemandem erzählen, der den Text noch nicht kennt, damit er die Geschichte versteht?“ Manchmal verknüpfe ich die Zusammenfassung auch mit einer Bewertung des Gehörten: „Was ist deine Lieblingsstelle?“ „Gibt es etwas, das dich am Text gestört hat?“ Eine häufige Antwort darauf ist. „Alles bzw. nichts.“ – „Was besonders?“ Die zweite und dritte Frage erst erschliesst dem Kind und mir den Raum, genauer auszuführen. Fazit: Ich gebe mich selten mit der ersten Antwort zufrieden.

  1. Wie funktioniert das Nacherzählen in der Gruppe?

Die Familie ist der erste Trainingsplatz für Charakterentwicklung. Gegenüber Mitgliedern der eigenen Familie sind wir am offensten, leider oft auch am ungnädigsten. Ich finde es sehr anspruchsvoll, inmitten der Bubenschar dafür zu sorgen, dass einer dem anderen zuhört. Der Wettbewerb unter fünf Söhnen ist gewaltig. Besucher haben mich schon darauf aufmerksam gemacht, dass einer den anderen ins Wort fällt. Das mag eine Schattenseite der ausgeprägten Erzählkultur sein. Ich ziehe überschäumendes, ungeduldiges Berichten einer kalten, teilnahmslosen, wortkargen Umgebung weit vor!

Hier sind einige weitere Möglichkeiten, die ich einsetze, um das Nacherzählen in der Gruppe zu fördern:

  • Ältere lesen den Jüngeren vor; die Jüngeren fassen für die Gruppe zusammen. (Mit der Zeit können die Jüngeren den Älteren zusammenfassen. So werden die grösseren Kinder mit in die Verantwortung genommen.)
  • Verzögertes Nacherzählen: Ich fordere den Bericht nicht sofort ein, sondern in einer günstigen Situation (oft unter vier Augen).
  • Manchmal fragen die Kinder: „Warum musst du das hören? Du weisst es ja schon!“ Meine Antwort: „Es interessiert mich sehr zu hören, was du gehört hast.“
  • Mami liest vor, die Kinder erzählen es Papi oder einer anderen Person, die nicht zugehört hat.
  • Der Jüngste beginnt mit dem Nacherzählen. Die Älteren lassen den Jüngsten ausreden. Sie machen dann ihre eigene Zusammenfassung oder ergänzen.

 

Hanniel (38) und Anne Catherine (35) unterrichten ihre Kinder, fünf Söhne im Altern von 10, 8, 6, 4 und 2 Jahren, seit 2008. Anne Catherine ist Grundschullehrerin, Hanniel arbeitet Teilzeit als Personalentwickler in einer privaten Spitalgruppe.

Hanniel bloggt auf  http://hanniel.ch/  und ist Verfasser des Buches „Home Education“ (VKW: Bonn 2011).


 

Charlotte Mason Methode

webseite CM

 

Die neue Charlotte Mason Webseite für den deutschsprachigen Bereich ist online !

http://charlottemasonaustria.jimdo.com/

Wer sich für diese Methode interessiert , kann jetzt wöchentlich neue Artikel auf dieser Seite lesen.


 

Wie gestalte ich Familienandachten nach Charlotte Mason?

 

Schon die Kleinkinder integrieren: Kleinkinder merken, was den Eltern wichtig ist. Sie nehmen die Atmosphäre stark in sich auf. Darum: Kurzandachten sind schon vor dem Verstehen und dem Lesen wichtig. Wir lasen, beteten und sangen mit unseren Kindern, bevor sie alles verstanden. (Diesen Hinweis verdanke ich Herman Bavinck und seinem Buch „The Sacrifice of Praise“.)

Die eigene Bibel: So bald ein Kind lesen gelernt hat, machte es mit Papa einen Ausflug, um eine schön gedruckte Bibel zu kaufen. Solche Ereignisse müssen zelebriert werden. Ich spare weder Geld noch Mühe, um an gute Bücher zur Bibel heranzukommen. Auch das kommuniziert gegenüber den Kindern.

Tägliche Lektüre: Die drei Älteren halte ich an, täglich einen Abschnitt zu lesen. Ich fordere sie morgens, bevor ich aus dem Haus gehe, dazu auf und bete kurz, dass der Heilige Geist ihnen die Bibel aufschliesst. Am Abend frage ich nach, was sie gelesen haben. Sie fassen in 30 Sekunden zusammen.

Leitfragen fürs eigene Bibelstudium: Ab Mittelstufe baue ich diesen Dialog in Anlehnung an den Narrativen Ansatz aus. Ich erwarte Antwort auf zwei Fragen: Was lernst du über Gott? Was lernst du über den Menschen? (Mein Ältester liest zurzeit das Buch Hiob. Ich staune über seine Erkenntnisse.) Zudem beginne ich – wie Schaeffer Macauley geraten hat – mit Biografien und ersten Büchern zu ergänzen. Ich pilotiere gerade von C. S. Lewis „Dienstanweisung an einen Unterteufel“. Die Frage: Welche Strategien erkennst du?

Lesen während der Mahlzeiten: Von Cornelius van Til habe ich gelesen, dass bei ihm zu Hause täglich während den Mahlzeiten Gottes Wort gelesen wurde („Why I Believe in God“). Der Heilige Geist hat diese Konstanz in seinem Leben benützt. „Ich konnte gar nicht anders als glauben.“ Ich selber habe schon vielfach experimentiert. Über einige Jahre hielt ich die Kurzandacht während des Essens, allerdings erst dann, wenn der ärgste Hunger gestillt war. Die Aufmerksamkeit war jedoch stets geteilt.

Seit einigen Monaten halte ich die Andacht nach dem Abendessen. Die Jungs liegen zum Teil bereits in ihren Betten und schlagen ihre Bibeln auf. Ich frage zuerst nach dem Gehörten des Vortags und stelle zumeist einige Frage zur Bibelkunde oder zur Heilsgeschichte. Ich finde es wichtig, dass die Buben Gottes Wort im Zusammenhang und eingebettet in Raum und Geschichte verstehen und nicht als Märchen-, Geschichts- oder Tipp-Buch.

Während den Mahlzeiten möchte ich nicht ganz auf biblische Impulse verzichten. Darum repetieren wir oft zwischen zwei und fünf Bibelversen. Manchmal nehme ich auch den Kinderkatechismus hervor und repetiere zwei bis fünf Fragen.

Dieses doppelte Gerüst aus Andacht und Mahlzeiten bildet die Grundlagen für Gespräche „unterwegs“. Ich bitte Gott um Weisheit, dass er durch Erlebtes Gelegenheit gibt, das Gehörte direkt im Alltag zu verknüpfen.

Ich gebe zu: Andachten zu halten ist ein steter Kampf (siehe „Familienandachten – du wirst immer um sie kämpfen müssen“. Und er lohnt sich. Meine grössten Herausforderungen, die Schaeffer Macauley treffend erläutert: Belehrung von oben herab; Ungeduld und Müdigkeit; moralisieren im Stil von „du hast nicht…“.

Mehr zum Thema Andachten habe ich in diesem längeren Aufsatz „Andachten – das Mandat an den Vater“ zusammengetragen.

Hanniel (38) und Anne Catherine (35) unterrichten ihre Kinder, fünf Söhne im Altern von 10, 8, 6, 4 und 2 Jahren, seit 2008. Anne Catherine ist Grundschullehrerin, Hanniel arbeitet Teilzeit als Personalentwickler in einer privaten Spitalgruppe.

Hanniel bloggt auf  http://hanniel.ch/  und ist Verfasser des Buches „Home Education“ (VKW: Bonn 2011).


 

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