Tag Archives: Maria Lang

Süßer Schulanfang

 

Ferienende, Schulbeginn,

die freien Tage sind nun hin.

 

Morgennebel, kühle Luft,

süßer Zwetschkenkuchenduft.

 

Neue Bücher, voll Elan

fangen wir zu lernen an.

 

Leere Hefte, flinke Hand

füllt sie bald bis an den Rand.

 

Neues Wissen, welch ein Spaß,

wenn wir fragen: “Wer?” und “Was?”

 

Was wir lernen hier und jetzt,

wird dann oft gleich umgesetzt.

 

Die Kinder, unser kleines Rudel,

backen einen Apfelstrudel!

Maria Lang 2016

 

Maria Portrait 1

Maria Lang, geb. 1976, lebt mit ihrer Familie in Wieselburg, Niederösterreich.

Sie unterrichtet gemeinsam mit ihrem Mann seit 4 Jahren ihre 4 Kinder zu Hause und ist daneben als Autorin, Illustratorin und Referentin tätig. Ihre beiden Bücher „Einmal auftanken bitte! – 52 Atempausen für Mütter“ und „Kinder, Kirche, Kuchenkrümel – Mit Gott durch meinen Mama-Alltag“ sind im Neukirchener Verlag erschienen. Auf der Seite www.meinefamilie.at schreibt sie regelmäßig Blogs zu verschiedenen Themen .

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Rückblick …

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auf die Homeschooler-Konferenz in St. Gilgen

Mein Mann und ich sind nun das dritte Jahr als „Home-Teacher“ tätig und stürzten uns eigentlich ohne jegliche Vorbereitung in dieses Abenteuer. Der Grund dafür ist der, dass wir in einer Notsituation steckten und eine schnelle Entscheidung treffen mussten. Das christlich-reformpädagogische Privatschulprojekt meines Mannes wurde eine Woche vor Schulanfang nach genau vier Jahren Laufzeit abrupt beendet – und das „nur“ aus Gebäudegründen. Wir standen nun vor der Wahl – Regelschule oder Homeschooling? Denn eine vergleichbare Schule mit erschwinglichen Schulbeiträgen gibt es in unserer Gegend nicht. Mein Mann war derjenige, der das Homeschooling vorschlug. Ich stand noch zu sehr unter Schock, um irgendetwas Vernünftiges denken zu können. Eigentlich hatte ich mich darauf eingestellt, ab Herbst nur noch ein Baby zu Hause zu betreuen und die drei größeren Kinder gut versorgt zu wissen. Ich wollte meine ruhigen Vormittage genießen! Das gebe ich ganz offen zu.

Ideologisch hatten wir uns mit verschiedensten Reform-Pädagogen beschäftigt, da wir ja auch wissen wollten, was an „unserer“ Schule gelehrt wurde. Doch Homeschooling kannte ich nur aus der englischsprachigen Welt. Ich kannte niemanden in Österreich, der sein Kind zu Hause unterrichtete. Und nun sollte ich so jemand werden? Gerade hatten wir Pionierarbeit geleistet mit vielen bürokratischen und auch geistlichen Kämpfen, und jetzt sollten wir ohne Pause sofort wieder Pionierarbeit beginnen in anderer Form? Ich brauchte eine Weile, um mich an den Gedanken zu gewöhnen. Aber da hatte ich schon mein „Ja“ gegeben und steckte mittendrin. Die ersten Externistenprüfungen nahten und es ging ums „Eingemachte“. Mein Mann und ich hatten vereinbart, dass ich mit unserem Ältesten zu den Prüfungen fahren sollte.

Dort, in der NMS Pfeilgasse lernte ich dann zum ersten Mal Eltern von anderen Externisten kennen und stellte fest, dass einige von ihnen schon sehr viel Routine hatten. Der Austausch tat mir völligem Neuling sehr gut. Langsam bekam ich etwas Einblick in die „Szene“.

Die ersten zwei Jahre kämpften wir uns so halbwegs vorwärts. Wir lernten „by doing“. Es war schon sehr anstrengend. Andererseits genossen wir als Familie die viele Zeit, die wir plötzlich miteinander hatten. Der Kampf um die ehemalige Schule hatte uns alle viele Opfer gekostet und wir fanden nun wieder ganz neu zusammen. Die Materialien, Möbel etc. des ehemaligen Projekts hatten wir in einer Halle gelagert und als es nun spruchreif wurde, die Sachen zu verkaufen, bekamen wir Kontakt zu Susi (Christian Homeschooler). Sie vermittelte uns einige christliche Schulen, die Interesse an den Sachen hatten. Durch sie bekamen wir auch die Einladung zur Homeschooler-Konferenz.

Ich war so erfreut! Endlich Leute, die so lebten wie wir – und noch dazu Christen waren! In unserem Bekanntenkreis wurde unser Homeschooling anfangs halbwegs akzeptiert, sozusagen als „Notlösung“. Doch als wir unser drittes Jahr begannen, wurden auch andere Stimmen laut. Negative, fast gehässige. Da tat es mir sehr gut, ein langes Wochenende lang Gleichgesinnte zu treffen und mal nicht der „Exot“ zu sein. Ich war alleine da, um zu sehen, ob diese Konferenz auch für uns als Familie in Frage kommen könnte. Und gleichzeitig, um mit den Zweifeln in meinem Inneren im Bezug auf Homeschooling aufzuräumen. Dieses Jahr hatten wir bereits drei Kinder zu unterrichten und ich hatte Bedenken, wie wir das schaffen sollten. Für mich war es nach wie vor eine „Übergangslösung“ und kein fixer „Lebensstil“.

Als Willkommensgruß lag ein Bibelvers auf meinem Kopfkissen und traf genau ins Schwarze. Es war für mich ein Zeichen, dass Gott mich hier haben wollte.

Das Programm beeindruckte mich. Sehr interessante Themen, Referenten aus verschiedenen Ländern, Parallele Kinderprogramme für verschiedene Altersgruppen. Meine ersten Eindrücke: Die Unterkunft war nett, ein typisches Jugendgästehaus. Die Verpflegung ok, der Lärmpegel beim Essen sehr hoch. Die Teilnehmer bunt gemischt, teils mit noch sehr kleinen Kindern. In drei Worte zusammengefasst: Bunt, lebendig, inspirierend. Ein besonderes Geschenk war es für mich, einige „fertige“ Homeschool-Absolventen als sympathische, verantwortungsbewusste junge Erwachsene zu erleben. Das und was ich auf dieser Konferenz sonst mitbekam an Input, persönlichen Geschichten und Erfahrungen, hat mir geholfen, mich wirklich voll und ganz zu entscheiden für unseren eingeschlagenen Weg. Zumindest für dieses Jahr. Was Gott die nächsten paar Jahre mit uns vorhat, wissen wir noch nicht. Homeschooling ist auf jeden Fall eine gute, prägende, bereichernde Erfahrung für uns.

Maria Lang, geb. 1976, lebt mit ihrer Familie in Wieselburg, Niederösterreich.

Sie unterrichtet gemeinsam mit ihrem Mann seit 3 Jahren ihre 4 Kinder zu Hause und ist daneben als Autorin, Illustratorin und Referentin tätig. Ihre beiden Bücher „Einmal auftanken bitte! – 52 Atempausen für Mütter“ und „Kinder, Kirche, Kuchenkrümel – Mit Gott durch meinen Mama-Alltag“ sind im Neukirchener Verlag erschienen. Auf der Seite www.meinefamilie.at schreibt sie regelmäßig Blogs zu verschiedenen Themen .

Maria Portrait 1


 

 

Warum ich den November mag

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Nun ist er wirklich da, der nebelige, kalte November. Bei vielen verhasst, das kalt-graue Nass. Wurden wir bis vor kurzem noch mit herrlichen Sonnentagen verwöhnt, die zum Werken im Garten einluden, müssen wir uns nun langsam an den Regen und das Grau gewöhnen. Doch nicht alles ist trist im November. Ich habe einige sehr bunte und lebensfrohe Seiten an diesem vorletzten Monat des Jahres entdeckt. Ja, ich habe ihn richtig liebgewonnen!

Das Leben verlagert sich nun deutlich von draußen nach drinnen und die Zeit im Freien beschränkt sich meist auf einen flotten Spaziergang. Da ich sehr gerne und bei jedem Wetter spazieren gehe und auch öfters die Kinder dazu mitnehme, erlebe ich auch zu dieser Jahreszeit immer wieder spannende Dinge. Wir finden jede Menge tolles Sachunterrichtsmaterial im Garten und im Wald! Sogar ein totes Eichhörnchen haben wir gefunden, was gleich Anlass gab zu einem Gespräch über den Tod und das Leben danach. Meine beiden Jüngsten sind fest davon überzeugt, dass wir das Eichhörnchen im Himmel wiedersehen werden!

Der November bildet den notwendigen Kontrast zum geschäftigen Altweibersommer davor und der stimmungsvollen, aber oft stressigen Adventszeit danach. Mir tut es gut, die feuchte, gereinigte Luft einzuatmen und Zeit zum Nachdenken zu finden.

Ich starte eine meiner Gartenrunden. Die goldenen Blätter sind bis auf einen kleinen Rest von den Bäumen gefegt. Einen großen Haufen davon haben wir für die Igel als Winterquartier vorbereitet. Unser kleines „Herbstprojekt“. Die Vögel haben den Weißdornbusch vor unserem Fenster ganz kahl gepickt. Wir haben sie von unserem „Ausguckfenster“ dabei beobachtet. Ein paar Handvoll Weißdornbeeren habe ich für uns „gerettet“. Einen Teil davon in Essig gelegt, einen Teil getrocknet. Die Äpfel sind, bis auf ein paar, die wir für die Vögel hängen lassen, abgeerntet. Auch davon haben wir einen Teil in Scheiben geschnitten, auf Metallsiebe aufgelegt und getrocknet. Wir lieben Dörrobst und Apfeltee! Am Nachmittag, wenn es bereits um halb fünf Uhr dunkel wird, kochen wir uns des öfteren eine Kanne Tee und genießen dazu gesunde Knabbereien. Manchmal gibt es auch Maroni. Ich liebe es, mit den Kindern diese herrliche Jahreszeit so bewusst zu genießen!

Gerne sitzen wir zusammengekuschelt auf der Couch, um Geschichten zu lesen. Das würde uns im Sommer um diese Zeit nicht im Traum einfallen!

Noch eine Freude hält der November bereit: Pilze! Solange es nicht wirklich kalt ist, sprießen sie überall aus dem Boden. Im Wald und sogar in unserem Garten haben wir Parasole und Champignons gefunden! Fliegenpilze natürlich auch, aber dass die giftig sind, weiß sogar schon unser Dreijähriger. Gebackene Pilze sind eines unser Familienlieblingsgerichte!

Ein weiterer kulinarischer Highlight dieser Jahreszeit: unser erstes Raclette der Saison. Die Vorfreude darauf beflügelt uns alle. Eifrig helfen wir zusammen, um ein buntes Raclette-Büffet vorzubereiten. Es gibt, ganz klassisch: Käse, Gemüse, Weißbrot, Essiggurken, Kartoffeln (sogar lilafarbene J), Knoblauchbutter und Saucen. Als besonderes Extra: Champignons aus dem Garten und Schweinefilet.

Es ist so einfach und doch so unglaublich lecker und die Kinder wollen gar nicht aufhören zu essen. Fröhlich reichen wir einander die bunten Zutaten, bis unser Kleinster verkündet: „Ich bin so satt, ich mag kein Blatt.“ Das Märchen „Tischlein, deck dich!“ mag er besonders gern. Nachdem der Abwasch erledigt ist (ein „Tischlein, räum’ dich ab!“ wäre manchmal sehr praktisch!), schnappe ich mir also das Märchenbuch und beginne die Geschichte vorzulesen. Zum etwa fünfundfünfzigsten Mal. Die Kinder können den Text zum Teil schon auswendig und ich muss lachen über ihre dramatische Darbietung. Einfach Zeit zu haben ist ganz eindeutig einer der Vorzüge dieses Monats. Ich kann es nur immer wieder neu feststellen: ich mag ihn, den November. Ohne ihn wäre mein Jahr bei weitem nicht komplett.

 

Maria Lang, geb. 1976, lebt mit ihrer Familie in Wieselburg, Niederösterreich.

Sie unterrichtet gemeinsam mit ihrem Mann seit 3 Jahren ihre 4 Kinder zu Hause und ist daneben als Autorin, Illustratorin und Referentin tätig. Ihre beiden Bücher „Einmal auftanken bitte! – 52 Atempausen für Mütter“ und „Kinder, Kirche, Kuchenkrümel – Mit Gott durch meinen Mama-Alltag“ sind im Neukirchener Verlag erschienen. Auf der Seite www.meinefamilie.at schreibt sie regelmäßig Blogs zu verschiedenen Themen .

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