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Gemeinsam Lernen motiviert…

Heuer treten wir das vierte Jahr unseres Hausunterrichts an und fühlen uns mittlerweile den Herausforderungen halbwegs gewachsen. Klar, das Leben mit vier Kindern, die ständig zu Hause sind und das meiste Wissen aus unserer Hand bekommen sollen, ist sehr intensiv. Aber das Zeitmanagement und die Aufgabenverteilung funktionieren mittlerweile ganz gut und wir genießen diese Lebensform.

Ich ertappe mich mittlerweile immer wieder dabei, wie ich “Materialien” der Kinder selbst verwende. Ich lese zum Beispiel die Bücher, die unsere größeren Jungs für den Deutschunterricht lesen, den heuer mein Mann übernommen hat. Diese “lebendigen” Bücher üben auch auf mich eine ungeheure Anziehungskraft aus!

Noch eine interessante Beobachtung, die ich neulich gemacht habe, betrifft die Motivation beim Lernen. Ich habe heuer begonnen, eine neue Sprache zu lernen, Hebräisch, mit der Erwartung, dass es mir eher leicht fallen würde. Ich habe bisher Sprachen relativ schnell gelernt. Aber diese ist für mich sehr herausfordernd. Allein mit dem Alphabet kämpfte ich wochenlang. Ich verstehe einfach keine Logik dahinter und habe nichts, woran ich knüpfen könnte. Trotzdem möchte ich es lernen. Schon lange war dies ein Wunsch von mir und heuer gab ein längerer Israelaufenthalt den Anlass dazu. Ich habe dort in einem Spielzeuggeschäft sogar hebräische Magnetbuchstaben erstanden!

Etwa einmal alle zwei Wochen nehme ich bei meiner Schwiegermutter eine Nachhilfestunde, da sie früher einmal Hebräisch gelernt hat. Beim letzten Unterricht war Sara, unsere Siebenjährige mit. Sie hat daneben ihre Schreibaufgaben erledigt und dabei ihre Ohren ganz weit aufgesperrt für diese neue Sprache, die Mama da lernt. Nach der Stunde hatte sie ihre Arbeit gut erledigt und die Grundlaute der hebräischen Sprache aufgeschnappt, wie ich beim anschließenden Spiel mit Bruder Gregor bemerkte. Sie spielten: englisch und hebräisch einkaufen und ahmten die Laute beider Sprachen täuschend echt nach!

Als ich später dann schreibend am Küchentisch saß und meine neuen Vokabel zum x-ten Mal schrieb, schaute mir Sara über die Schulter und sagte mit Genugtuung: “Gell, Mama, jetzt musst du auch neu schreiben lernen.” Und mit einem kecken Blick zeichnet sie einen der Buchstaben nach, mit dem Kommentar: “Ich kann das auch schon…” Tja, was Hänschen ganz leicht mit “links” lernt, muss Hans sich später mühsam erarbeiten….

Maria Portrait 1

Maria Lang, geb. 1976, lebt mit ihrer Familie in Wieselburg, Niederösterreich.

Sie unterrichtet gemeinsam mit ihrem Mann seit 4 Jahren ihre 4 Kinder zu Hause und ist daneben als Autorin, Illustratorin und Referentin tätig. Ihre beiden Bücher „Einmal auftanken bitte! – 52 Atempausen für Mütter“ und „Kinder, Kirche, Kuchenkrümel – Mit Gott durch meinen Mama-Alltag“ sind im Neukirchener Verlag erschienen. Auf der Seite www.meinefamilie.at schreibt sie regelmäßig Blogs zu verschiedenen Themen .


 

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