Lernen in Rumänien (2)

2014-01-25 002_Bildgröße ändern

 

Wie sieht euer Tag aus?

Die Kinder arbeiten sowohl mit mir als auch alleine (Selbstarbeit). In der Selbstarbeit steht zum Beispiel Blitzrechnen (Kopfrechnungsprogramm), Abschreiben, Grammatik, Rosetta Stone (Englischlernprogramm am Computer) und einige Seiten aus dem Mathematik Arbeitsheft auf dem Programm. Ein wichtiger Teil nimmt die Familienarbeit ein, wo wir alle zusammen zu einem Thema lernen. So können viele Themen abgedeckt werden, zum Beispiel Komponisten, Künstler, Gedichte, Naturtagebuch, Englisch mündlich, Geschichte oder Geographie. Es macht mehr Spass, als ganze Familie zusammen zu lernen, fördert das Sozialverhalten der Kinder und spart Zeit. Die Kinder lieben die Familienarbeit sehr und bringen immer wieder neue Vorschläge, was wir noch alles lernen könnten.

Ab der 4./5. Klasse leiten wir die Kinder an, in vielen Fächern selbständig zu arbeiten, so dass sie mich nur noch bei Schwierigkeiten brauchen und natürlich für die Nacherzählungen (doch dazu kann ich Wäsche falten oder Kartoffeln schälen).

Nach dem Aufstehen lesen alle Kinder, die schon lesen können, aus der Bibel oder aus einer Kinderbibel. Ich frage sie später am Tag, was sie gelesen haben und sie fassen das Gelesene in zwei Minuten zusammen. Unsere Tochter (5.Kl) liest nach dem gleichen Leseplan wie ich, ca. ein Kapitel pro Tag.

Vor dem Frühstück lernen und repetieren wir Bibelverse auf diese Art.

Der offizielle Schulbeginn ist um 8.15 Uhr, und wir beginnen mit den Dingen, die die Kinder am wenigsten gerne machen, das ist bei unserer Fünftklässlerin Mathematik, beim Drittklässler die Selbstarbeit und beim Erstklässler ebenfalls Mathematik.

Ich unterrichte also zuerst den Erstklässler in Mathematik, während die anderen selbständig arbeiten und der Jüngste ein Puzzle macht, malt, Bilderbücher anschaut oder mit Autos spielt. Dies dauert nur 20 Minuten, anschliessend helfe ich der Fünftklässlerin bei ihrem Mathematikprogramm, falls sie Schwierigkeiten hat.

Weiter geht es mit Mathematik für den Drittklässler während der Erstklässler mit dem Jüngsten spielt und die Fünftklässlerin selbständig arbeitet nach ihrem Selbstarbeitsplan.

Danach folgt der schönste Teil des Morgens, die Familienarbeit, wo wir zum Beispiel etwas über Komponisten, Künstler oder Dichter erfahren und ihre Werke geniessen oder einen Naturtagebucheintrag schreiben, experimentieren, eine englische Geschichte hören oder über eine geschichtliche Epoche lernen. Im Grunde verwende ich hier das Prinzip der Nacherzähl-Lektion mit den fünf Schritten, wie es hier beschrieben ist: gutes Buch wählen, Rückblick auf die letzte Lektion und Appetit wecken auf den Text von heute, Vorlesen, Nacherzählen, kurze Diskussion.

Anschliessend gehen die Jungs nach draussen in die Pause, damit ich mit der Fünftklässlerin arbeiten kann (Kopfrechnen, Nacherzählungen auf Deutsch und Englisch zu Büchern in Literatur, Englisch und Geschichte, die sie selbständig liest, im Moment „Die schwarzen Brüder“ in Deutsch und „Beezus and Ramona“ in Englisch).

Vor dem Mittagessen gibt es dann noch Deutsch mit dem Drittklässler und mit dem Erstklässler. Dies ist wieder je eine Nacherzähl-Lektion wie es uns die CM Methode lehrt. Ich lese jedem Kind aus einem für sein Alter passenden Buch vor und sie erzählen es nach, im Moment lese ich für den Erstklässer „Äsops Fabeln“ und für den Drittklässler „Die Reise zur Wunderinsel“. Anschliessend schauen wir Ortschaften oder Länder auf der Karte nach und diskutieren ein bis zwei Aspekte der Lektüre. Eine solche Lektion dauert 15-20 Minuten und ist sehr effizient. Die Kinder lieben es ausserordentlich, dank den guten Büchern.

Nach dem Mittagessen gibt es eine kurze Andacht und wir singen gemeinsam. Ich wechsle bewusst mit den Liedern ab, mal eines für die Jüngeren, mal eines, das eher für die Grossen passt.

Am Nachmittag steht dann nur noch das Instrumenteüben auf dem Programm, zweimal wöchentlich für die Fünftklässlerin Tipptraining (Zehnfingersystem) und einmal in der Woche „Kunst /Gestalten“ alle zusammen. Ebenfalls gilt es am Nachmittag, etwas mit dem Jüngsten alleine zu machen, aber im Kindergartenalter reichen ja 10-15 Minuten täglich plus noch eine Geschichte für sein Alter. Der Rest des Tages ist frei, meist gehen wir nach draussen und verrichten Haushaltsarbeiten.

Nach dem Abendessen lese ich nochmals allen vor und die Kinder erzählen nach. So können wir nochmals eine Lektion “Literatur” oder “Geographie” oder “Sachkunde” oder “Englisch” abdecken, je nachdem was ich für ein Buch wähle. Für die Kinder wirkt das aber nicht wie Schule, da sie sich alle auf das Sofa kuscheln. Trotzdem wird dabei auf natürliche Weise viel gelernt. Ein bisschen detaillierter ist unser Tagesablauf auf unserem persönlichen Blog beschrieben.

 

Teil 3 folgt!

 

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