Ein Leben ohne Schule -kann das gut gehen ?

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Als meine erste Tochter 2 Jahre alt war, erfuhren wir von der Möglichkeit seine Kinder selbst zu unterrichten. Sofort war ich begeistert. Ich las viele Bücher und versuchte Kontakt mit Menschen herzustellen, die diesen Weg bereits gingen. Die Jahre bis zum Schulbeginn waren dann von vielen Zweifeln geprägt. Konnte ich das wirklich schaffen? Nehme ich meinen Kindern Möglichkeiten? Werden sie Außenseiter? Werden sie weltfremd? Halten wir den Prüfungsdruck aus?

Letztendlich wagten wir uns an das erste Homeschooljahr. Mit einem gewissen Flattern im Bauch. Die Reaktionen der Bekannten und Verwandten waren entgegen meiner Erwartungen durchwegs positiv. Besonders Familien, die bereits Kinder in höheren Schulen hatten fanden unseren Weg gut.

Nun sind wir schon seit 4 Jahren Homeschoolfamilie. Von Jahr zu Jahr sind wir noch überzeugter von dieser Beschulungsart. Wir sehen, wie glücklich unsere Kinder heranwachsen. Wie sie in vertrauter Umgebung, eingebettet in tiefgehende Beziehungen ihre Schritte machen.Da die durch den Schulbesuch verursachte zeitlich enorme Trennung wegfällt, können die Geschwister eine viel stärkere Bindung aufbauen. Ebenso ist man als Mutter/Vater auch emotional ganz nah beim Kind. Dadurch fällt auch die Erziehung leichter, da man sofort in die richtige Richtung lenken kann.Bei Kindern, die viel aus dem Haus sind und wenig Zeit für Gespräche und gemeinsame Zeit mit Eltern vorhanden ist, wachsen sich Kleinigkeiten häufig zu Problemen aus, bis sie bemerkt werden.

Einen der größten Vorteile sehe ich in der Freiheit sich seine Zeit selbst einzuteilen. Wir verreisen prinzipiell antizyklisch. Dadurch erspart man sich nicht nur Staus und überfüllte Urlaubsziele, sondern auch einiges an Geld. Gerne besuchen wir Montags die schönsten Museen völlig ungestört und sind dankbar sehr schnell Arzttermine zu bekommen, da wir sie jederzeit wahrnehmen können. Sollten die Kinder einmal krank sein, was Gott sei Dank ausgesprochen selten vorkommt, dann können sie in aller Ruhe gesund werden, ohne Schulstoff zu versäumen.

Ich könnte noch lange von den Vorteilen des häuslichen Unterrichts schwärmen, aber es soll auch nicht unerwähnt bleiben, wie viel Einsatz es von mir als Mutter und Hauptverantwortliche für die Bildung erfordert. Mein Mann und ich haben eine klare Aufgabenteilung. Er sorgt für unser finanzielles Auskommen und ich bin für Familie und Kinder zuständig.

Natürlich unterstützt er mich emotional, wenn ich ihm abends von unserem Tag erzähle. Seine Anerkennung und Wertschätzung meiner Arbeit sind eine wesentliche Kraftquelle für mich.

Homeschooling ist ein Lebensstil, der Hingabe verlangt. Gedanklich bin ich größtenteils bei den Kindern und dem Unterricht. Materialien und Stundenpläne müssen vorbereitet werden, Entwicklungsstand jedes Kindes muss überdacht werden. Wie gehe ich weiter vor, welches Material ist jetzt das Beste…? In den ersten Jahren war ich mit meinen Energien oft am Limit, denn das Leben in seiner Vielfalt hält viele Herausforderungen für uns bereit.Wir leben ja nicht nur in unserer kuscheligen Homeschoolwelt. Da gibt es wie bei mir kranke Eltern, Auslandsaufenthalte des Mannes, Schwangerschaft und Geburt.

Erst durch sehr gute Planung meines Tages, ist es mir gelungen allen Bereichen meines Lebens die richtige Priorität zu geben. Wenn man alle Lebensbereiche in der richtigen Balance hält, dann kann man die Vorteile des Homeschooling richtig genießen und sich an diesem besonderen, lohnenswerten Lebensstil erfreuen.

Allen Eltern auf diesem Weg wünsche ich viel Kraft und Freude.

Eine Homeschoolmutter aus Oberösterreich

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