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Die Natur mit Kleinkindern genießen

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In einer Zeit wo großer gesellschaftlicher und akademischer Druck herrscht, ist es vielleicht die wichtigste Aufgabe der Mutter, ihren Kindern eine Zeit zu sichern, in der sie in Ruhe und Geborgenheit aufwachsen können. In den ersten 6 Jahren soll das Lernen passiv und hauptsächlich im Freien stattfinden.” Home Education, Charlotte Mason (Seite 43)

 

Charlotte empfiehlt ausdrücklich, den Kindern Zeit zu geben, sich in Ruhe zu entwickeln und viel Zeit im Freien zu verbringen. Es folgen ein paar Vorschläge, wie man das umsetzen kann:

  1.  Essen

Iss deine Mahlzeiten so oft wie möglich im Freien, auch wenn du nur eine Decke und Teller in den Garten mitnimmst. Ein Picknick im Freien ist gemütlich und tut deinem Kind gut.

  1.   Frei auf weiten Flächen spielen

Kinder brauchen viel Zeit,   unbeschwert zu spielen. Je mehr wir ihnen vorschreiben, was oder wie sie spielen sollen, desto weniger Eigeninitiative werden sie entwickeln. Kinder brauchen genügend Zeit und Raum zum Spielen. Wenn kein großer Garten vorhanden ist, geh zu einem Park, in den Wald oder zu einem Feld .

Buchtipp dazu: Spielraum Wald

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  1.  Besichtigungen

Charlotte Mason verwendete den Begriff “Besichtigungen” für das Erforschen der Umgebung. Fordere das Kind heraus,   auf Entdeckungsreise zu gehen – berücksichtige dabei die Grundstücke anderer Leute – um dann zu berichten, was es gesehen hat. Damit kann man die Gewohnheiten der Beobachtung und Wahrhaftigkeit trainieren.

  1.  Malen von Bildern

Hin und wieder zeige deinem Kind eine Landschaft oder Szene, die ihr beide sehen könnt. Trage ihm auf, die Landschaft solange anzusehen, bis das Kind sie mit geschlossenen Augen beschreiben kann. Bei Unsicherheiten soll das Kind die Augen wieder aufmachen und noch einmal schauen, bis das Bild vor geschlossenen Augen klar erscheint. Wenn das Kind bereit ist, soll es die Landschaft oder Szene genau beschreiben.

  1.  Spiele wie Seilspringen, Fangen, Folge dem Anführer, Klettern

Bringe den Kindern die Spiele bei, die Kinder schon seit Jahrhunderten spielen. Ermutige das Kind kleine Höhen zu erklimmen, damit sein Selbstvertrauen wächst, und es auch seine Grenzen ohne Gefahr lernen kann. Lass das Kind seine unbegrenzte Energie aufbrauchen.

Büchertipps:

 

  1.     Fremdsprachen

Wenn das Kind eine Fremdsprache lernt, findet man im Freien viele Möglichkeiten dem Kind neue Wörter beizubringen. Bringe ihm die Namen verschiedener Dinge oder Aktivitäten bei. Diese Lektionen müssen weder lange noch formal sein. Verwende einfach die Zeit im Freien, das Vokabular deines Kindes zu erweitern.

  1.     Liebe zur Natur

Durch die Stunden im Freien soll das Kind eine Vorliebe für die Natur entwickeln. “Die Naturliebe, die schon so früh entwickelt wurde, bereichert das Kind mit reinen Interessen, guten Zielen, Gesundheit und Fröhlichkeit” (1. Band, Seite 71)

Geh also raus mit deinem Kind und freut euch an der Natur! Ihr beide werdet es nicht bereuen.

 

Mehr Ideen über die Vorschuljahre findet ihr hier:

http://charlottemasonaustria.jimdo.com/die-vorschuljahre/

 

 


 

 

 

 

 

 

Category: Buchtipps, Charlotte Mason | Tags:

Homeschooling – Warum wir tun, was wir tun!

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Wir haben drei Kinder (5 J, 4 J, 10 Monate). Mein Mann hatte Homeschooling schon seit einigen Jahren am Herzen und fragte mich immer wieder einmal, ob ich mir das vorstellen könnte. Anfangs war ich strikt dagegen, da ich mit den ersten beiden Kindern sehr viel zu tun und kaum Zeit für mich hatte. Nach und nach lernte ich, mir die Zeit besser einzuteilen und Prioritäten zu setzen. Erst letzten Dezember, als mein Mann mich wieder einmal fragte, konnte ich mir „Homeschooling“ zum ersten Mal richtig gut für uns als Familie vorstellen. Gott hatte mir Zeit gelassen, mich als Person verändert, mich vorbereitet und darauf gewartet, bis ich „bereit“ fürs Homeschoolen war.

Wir kannten bis dahin nur ein paar Pastorenfamilien, die Erfahrung mit Homeschooling hatten, aber diese wenigen Beispiele waren für uns Vorbild genug – das Ergebnis (= der Charakter der Kinder) hatte uns überzeugt. Wir begannen alle möglichen Bücher über Homeschooling zu lesen und ich telefonierte mit allen gläubigen Personen, die ich in Österreich finden konnte, die ebenfalls „homeschoolen“. Von ihnen holte ich mir Tipps. Ich stellte viele Fragen und hörte ihren Erfahrungen und Erlebnissen gespannt zu. Dies ermutigte mich.

Warum unterrichten wir unsere Kinder zuhause und schicken sie in keine christliche Privatschule? Es gibt drei Gründe, die uns davon abhalten: die Entfernung, die Unterrichtsdauer und die hohen Kosten. Wir wohnen etwas außerhalb von Wien. Es gibt in Wien nur ganz wenige christliche Schulen. Wir haben uns einige angesehen und nur eine einzige wäre rein qualitativ für uns in Frage gekommen. Um in diese Schule zu kommen, müssten wir ca. 1-2 Std. Fahrzeit einrechnen. Die Schule würde für vier Kinder ca. € 4000,- im Monat kosten und die Unterrichtszeit ist schon in der Grundschule viel zu lang (von 8.30-15.30 Uhr). Es hätte für uns keine Alternative gegeben, denn eine öffentliche Schule wäre für uns nie in Frage gekommen. Warum? In erster Linie ist es der Umgang der Kinder und auch Lehrer miteinander. Ich bin selbst Lehrerin, ich kenne die Schule von innen sehr genau. Auch meine Eltern sind beide jahrzehntelang Volksschullehrer gewesen (mittlerweile im Ruhestand). Der rauhe Ton, das Mobbing, der Gruppendruck, die Cliquen-Bildung, das „Dazugehören-Wollen bzw. -Müssen“, das ständige Vergleichen miteinander, der Notendruck und dass der christliche Glaube keine Rolle spielt oder manchmal sogar abwertend kommentiert wird- das sind Gründe, warum wir unsere Kinder nie in eine öffentliche Schule geben wollten. Wir haben auch gemerkt, dass Buben anders lernen als Mädchen. Unsere Älteste sitzt lang ruhig und möchte alles gut und schön schreiben. Unser Bub (4 J.) hingegen ist extrem aktiv und braucht unbedingt Bewegung. Er lernt am liebsten mündlich und liebt es, wenn er sich bewegen kann, während wir ihm leichte Aufgaben stellen. Auch das wäre in einer öffentlichen Schule nicht möglich. Zuhause können wir optimal auf unsere Kinder eingehen (eine Lehrerin, die sich zugleich um 25 Kinder kümmern muss ist verständlicherweise damit überfordert, auf all die Gaben und Talente jedes einzelnen Kindes einzugehen).

Ein riesengroßer Pluspunkt, der für Homeschooling spricht, ist  auch die persönliche Freiheit, die wir genießen: wir können die Unterrichtszeit so gestalten, wann es für uns am besten passt, in den Urlaub fahren, wann alle anderen in der Schule sitzen und jederzeit für familiäre Anlässe „frei nehmen“. Wir können lernen, was, wann und wo wir wollen; können Ausflüge zu interessanten Plätzen machen, Dinge „angreifen“ und an verschiedenen Ort den Unterricht anschaulich gestalten. Wir können flexibel sein und an manchen Tagen weniger, an anderen Tagen mehr machen, je nach Wetterlage oder Verfassung der Familienmitglieder. Wir können auf die Interessen der Kinder besser eingehen und sie sogar in die Unterrichtsplanung miteinbinden.

Erst im März  nahmen wir unsere zwei Ältesten (5J. und 4 J.) aus dem Kindergarten heraus, weil wir so begeistert von der Idee des „Homeschooling“ waren, dass wir sofort „losstarten“ wollten. Es war ein guter, christlicher Privat-Kindergarten, mit dem wir sehr zufrieden waren und ich war gespannt, wie die Kinder es aufnehmen würden, mitten unterm Jahr aus ihrem Kindergarten herausgenommen zu werden. Ich konnte es kaum glauben und fragte sie regelmäßig, wie es ihnen zuhause ginge, so „ganz ohne Kindergarten“. „Viiiiiieeel besser!“ bestätigen mir beide immer wieder. Sie lieben es zuhause zu sein und einfach spielen zu können und Zeit mit ihren Eltern und ihrer kleinen Baby-Schwester zu verbringen.

Es ist so, dass unsere Älteste im Oktober geboren wurde und sie erst im nächsten September  offiziell in die erste Volksschul-Klasse kommen würde. Wir haben aber bereits vor längerer Zeit spielerisch angefangen, mit ihr das Alphabet und die Zahlen zu lernen. Mittlerweile kann sie lesen und schreiben und auch rechnen (im Zahlenraum 100) – und sie ist erst fünf! Wir haben einfach gemerkt, wie schnell Kinder lernen und wie einfach es ist, sie zu fördern, wenn man nur etwas Zeit mit ihnen verbringt!

Vom Tagesablauf sieht es bei uns so aus: Die Kinder wachen alle zugleich auf, ca. um 6 Uhr. Sie frühstücken und spielen erstmal ausgiebig. Wir beginnen den Tag mit gemeinsamem Bibellesen (ca. 5-10 Min). Nach ca. zwei Stunden ist unser Baby schon wieder müde und geht für ca. zwei Stunden schlafen. In dieser Zeit (ca. 8-10 Uhr) lerne ich (bzw. mein Mann, wenn er zuhause ist) mit unserer 5-Jährigen (meist Lesen/Schreiben/Rechnen). Unser 4-Jähriger beschäftigt sich währenddessen allein (spielt, schaut Bücher an,….) oder ich spiele oder lerne ganz einfache Sachen mit ihm, falls Victoria gerade alleine etwas schreiben oder rechnen muss.

Eine befreundete Volksschullehrerin, die ihre größeren Kinder ebenfalls zuhause unterrichtet, hat mich mit vielen tollen Büchern und Lehr-Materialien versorgt. Wir haben fast nichts kaufen müssen. Das Angebot an Büchern, Arbeitsblättern und kreativen Ideen im Internet ist fast unendlich. Manchmal ist es schwierig, unter all den Angeboten, für sich das Richtige zu finden.

Und um ca. 10 Uhr – man glaubt es kaum, sind wir bereits mit „Schule“ fertig – der Rest des Tages ist freie Spielzeit. Und die Kids wollen eigentlich den ganzen Tag am liebsten miteinander spielen. Vormittags sind wir im Haus, nachmittags meistens im Garten. Haushalt, Kochen, Spielen mit den Kindern und dem Baby verteilt sich gemütlich über den ganzen Tag, Ich habe immer zu tun, aber bin nie im Stress. Das genieße ich. Nachmittags bekommen wir auch gerne Besuch, damit die Kids auch mal mit anderen Kindern spielen können.

Die Kinder haben so einen erfüllten Tag, dass sie alle ab 18 Uhr 30 im Bett sind und gleich einschlafen. D.h. Der Abend ist „frei“ für mich und meinen Mann! :-)

Da wir noch ganz „neu“ sind im „Homeschoolen“, haben wir bis jetzt noch keine Zusatz-Aktivitäten organisiert, aber wir möchten mit unseren Kindern ab Herbst gerne zum Kinderturnen und in die Musikschule gehen, damit sie andere Kinder treffen und sie körperlich und musisch noch besser gefördert werden.

Der Gottesdienst am Samstag ist für uns ein Fixpunkt und die Kinder freuen sich immer drauf, im „Kinderdienst“ ihre Freunde und Freundinnen zu treffen.

Wir sind zwar erst seit wenigen Monaten „dabei“, aber schon zu so „eingefleischten“, d.h. überzeugten Homeschoolern geworden, dass wir uns es anders gar nicht mehr vorstellen können und möchten. Homeschooling funktioniert für uns als Familie einfach genial!

 

Eine Familie aus Nö


 

 

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