Wie fang ich`s an? Infomationen für Starter

 

 

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Warum soll ich mein Kind zuhause unterrichten ?

Wahrscheinlich gibt es ebenso viele Gründe für den Hausunterricht wie Leute, die es machen! Der Entscheidung ging in den meisten Fällen eine persönliche ‘Führung’ und sorgfältige Abwägung der    Für’s und Wider’s voraus. Etliche Gründe werden jedoch immer wieder genannt – hier sind einige davon: Für das Homeschooling sprechen eindeutig viele didaktische Gründe. Bildungsexperten stimmen darin überein, dass Kinder am besten in einer entspannten Atmosphäre, in kleinen Gruppen und betreut    von einer vertrauten Person lernen. Es ist offensichtlich, dass dies in einer Schule mit größeren Klassen nur sehr schwer zu erreichen ist. Der Leistungsdruck – teilweise schon in der Volksschule    – und eine unruhige, laute Umgebung führen dazu, dass auch eine hervorragende Lehrkraft mit den lernwilligen Kindern nur geringe Fortschritte erzielt. Durch die großen, inhomogenen Gruppen ist es    natürlich unmöglich, auf die individuellen Bedürfnisse einzugehen. Die Schwächeren sind über-, die Stärkeren unterfordert – und alle frustriert. Beim Homeschooling werden Familien gestärkt und Beziehungen darin vertieft. Leider zeigt die Realität der öffentlichen Schulen, dass hier oft das Gegenteil stattfindet: schon alleine durch die    stundenlange Abwesenheit können Familien regelrecht zerrissen werden. Zusätzlich zeigt sich recht schnell ein negativer Sozialisierungseffekt: Kinder identifizieren sich nur noch mit    gleichaltrigen Altersgenossen, und distanzieren sich von Eltern und Geschwistern. Nicht zuletzt spricht für das Homeschooling der sehr große Erfolg, welcher unübersehbar und in der internationalen Homeschooling-Bewegung bestens dokumentiert ist. Allerdings liegen leider im deutschsprachigen Raum noch nicht viele Daten vor

.(Quelle homeschoolers.at)

Gesetzliche Grundlagen zum Hausunterricht

In Österreich gibt es die gesetzlich geregelte Möglichkeit, die Unterrichtspflicht des Kindes während seiner ganzen Schulzeit durch den sogenannten “häuslichen Unterricht” zu erfüllen. Die gesetzliche Grundlage dazu liefert das Schulpflichtgesetz. Um allen Eltern auch die rechtlichen Grundlagen für den häuslichen Unterricht zur Verfügung zu stellen, sind nachfolgend die wichtigsten Absätze daraus angeführt:

SchPflG § 11 “(2) Die allgemeine Schulpflicht kann ferner durch die Teilnahme an häuslichem Unterricht erfüllt werden, sofern der Unterricht jenem an einer im § 5 genannten Schule – ausgenommen die Polytechnische Schule – mindestens gleichwertig ist.

(3) Die Eltern oder sonstigen Erziehungsberechtigten haben die Teilnahme ihres Kindes an einem im Abs. 1 oder 2 genannten Unterricht der Bildungsregion jeweils vor Beginn des Schuljahres anzuzeigen. Der Bezirksschulrat kann die Teilnahme an einem solchen Unterricht  ab dem Einlangen der Anzeige untersagen, wenn mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, dass die im Abs. 1 oder 2 geforderte Gleichwertigkeit des Unterrichts nicht gegeben ist. Gegen die Entscheidung des Bezirksschulrats kann Berufung an den Landesschulrat erhoben werden; gegen die Entscheidung des Landesschulrates ist kein ordentliches Rechtsmittel zulässig.

(4) Der zureichende Erfolg eines im Abs. 1 oder 2 genannten Unterrichts ist jährlich vor Schulschluss durch eine Prüfung an einer im § 5 genannten entsprechenden Schule nachzuweisen, soweit auch die Schüler dieser Schulen am Ende des Schuljahres beurteilt werden. Wird ein solcher Nachweis nicht erbracht, so hat das Kind seine Schulpflicht im Sinne des § 5 zu erfüllen. (Bedeutet, das Kind muss die Klasse in der Schule wiederholen) Gegen die Entscheidung des Bezirksschulrates ist kein ordentliches Rechtsmittel zulässig.”

Wie oft darf ein Kind zu einer Externistenprüfung antreten?

Aus der Verordnung über die Externistenprüfungen:

“§ 16. (1) Wenn ein Prüfungskandidat eine Externistenprüfung nicht besteht, so ist er von der Prüfungskommission zu einer Wiederholung dieser Prüfung zu einem frühesten Termin zuzulassen, der nicht weniger als zwei Monate und nicht mehr als vier Monate später liegt. … (2) Wenn der Prüfungskandidat auch die Wiederholung nicht besteht, ist er zu einer weiteren Wiederholung zuzulassen. § 5 (8) Die Wiederholung einer Externistenprüfung gem. § 16 ist bei der Prüfungskommission abzulegen, bei der die Externistenprüfung nicht bestanden wurde.” Das bedeutet, dass Kinder dreimal zur selben Externistenprüfung antreten dürfen. Dies wird jedoch nicht von jeder Externistenprüfungskommission so gehandhabt. Für Kinder, die noch unterrichtspflichtig sind (also bis zum 9. Schuljahr) gilt diese Bestimmung NICHT.

Wie meldet man sein Kind zum häuslichen Unterricht ab?

Die Abmeldung zum häuslichen Unterricht ist ein formloses Schreiben, das an den zuständigen Bezirksschulrat gerichtet wird. Darin zeigt man an (es handelt sich nicht um ein Ansuchen), dass das Kind seine Schulpflicht durch häuslichen Unterricht erfüllen wird. Man verweist darauf auf § 11, Absatz 2-4 SchPflG. Neben den üblichen Daten und Urkunden (Geburtsurkunde, Staatsbürgerschaft, Meldebescheinigung) ist weiter nichts vorzuweisen oder zu begründen.

Warum trotzdem an der Schuleinschreibung teilnehmen?

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Schuleinschreibung. Jedes Kind muss zur Schuleinschreibung kommen, das ist ein Verwaltungsakt, dessen Versäumnis auch mit einer beträchtlichen Geldstrafe geahndet werden kann. Jedes Kind, das im häuslichen Unterricht seine Unterrichtspflicht erfüllt, muss anfangs bei der Schuleinschreibung (meist im Februar vor Schulanfang) in seiner Sprengelschule eingeschrieben werden. Dort aber kann man schon beim Einschreibungsgespräch ankündigen, dass das Kind zu Hause (oder in einer Privatschule ohne Öffentlichkeitsrecht) unterrichtet werden soll. Und für jene, die sich über die Externistenprüfung ganz genau informieren wollen, die folgenden Texte aus der Verordnung für die Externistenprüfungen: Über die Externistenprüfungen: Aus der Verordnung für Externistenprüfungen:

“§ 1. (2) Externistenprüfungen sind unzulässig:

  • über Leibesübungen; sofern der Nachweis über den erfolgreichen Abschluss der achten Schulstufe erbracht werden soll, ist die Ablegung einer Externistenprüfung jedoch zulässig;
  • über Werkerziehung (Technisches Werken, Textiles Werken); sofern der Nachweis über den erfolgreichen Abschluss der achten Schulstufe erbracht werden soll, ist die Ablegung einer Externistenprüfung über Werkerziehung (Technisches Werken, Textiles Werken) jedoch zulässig.

 

§ 2. (1) Der Prüfungskandidat hat das Ansuchen um Zulassung zu einer Externistenprüfung schriftlich bei der Schule, an der die Prüfungskommission ihren Sitz hat, einzubringen. Das Ansuchen hat zu enthalten:

1. die Art der Externistenprüfung;

2. die Angabe der Schulart (Form, Fachrichtung);

3. den in Betracht kommenden Lehrplan;

4. die gewählten Prüfungsgebiete (Wahl der Fremdsprachen etc.)

(2) Gleichzeitig mit dem Ansuchen gem. Abs. 1 hat der Prüfungskandidat vorzulegen: 1. Personaldokumente zum Nachweis des Namens und des Geburtsdatums,

2. ein allfälliges Ansuchen um gänzliche bzw. teilweise Befreiung von einem Prüfungsgebiet der Externistenprüfung gem. § 4 und § 19 Abs. 4, 3. einen Vorschlag für einen Termin der Externistenprüfung, 4. gegebenenfalls das der Externistenprüfung vorausgehende letzte Jahreszeugnis. §

3. (1) Grundvoraussetzung für die Zulassung zur Ablegung einer Externistenprüfung ist, dass der Prüfungskandidat zum (ersten) Prüfungstermin nicht jünger ist als ein Schüler bei Absolvierung des betreffenden Bildungsganges ohne Wiederholen oder Überspringen von Schulstufen wäre. Externistenprüfungen über eine andere Schulart, Form oder Fachrichtung sind jedoch zulässig. § 5. (1) Die Externistenprüfungen sind vor Prüfungskommissionen abzulegen.

(2) Die Prüfungskommission für Externistenprüfungen gem. § 1 Abs. 1 Z 1 bis 3 besteht aus dem Leiter der Schule oder einem von diesem zu bestimmenden Lehrer als Vorsitzendem und der erforderlichen Anzahl von Lehrern der in Betracht kommenden Prüfungsgegenstände, die der Schulleiter zu bestimmen hat, als Prüfer.  Prüfungen sind auch vor Einzelprüfern zulässig – siehe SchUG § 42 (4)! § 6. (3)

Die Externistenprüfung besteht

a) aus einer schriftlichen Klausurarbeit und einer mündlichen Teilprüfung in jenen Unterrichtsgegenständen, in denen nach dem Lehrplan der betreffenden Schulstufe(n) Schularbeiten durchzuführen sind,

b) aus einer mündlichen Teilprüfung und praktischen Klausurarbeit in Unterrichtsgegenständen mit überwiegend praktischer Tätigkeit

d) aus einer mündlichen Prüfung in allen übrigen Unterrichtsgegenständen.

(4) Die Dauer einer schriftlichen Klausurarbeit hat der Dauer der im betreffenden Lehrplanbereich oder, wenn ein solcher nicht vorhanden ist, der in einem vergleichbaren Lehrplanbereich vorgeschriebenen längsten Schularbeit zu entsprechen.

(5) Die Dauer einer mündlichen oder praktischen Prüfung hat die für die Gewinnung eines sicheren Urteils über die Kenntnisse des Prüfungskandidaten notwendige Zeit zu umfassen.

§ 7. (1) Die Externistenprüfung über einzelne Schulstufen hat den im Lehrplan vorgeschriebenen Lehrstoff aller Pflichtgegenstände der betreffenden Schulstufe(n) entsprechend der Zulassung zu umfassen. (3) Externistenprüfungen können nur über den Lehrstoff eines geltenden Lehrplanes oder eines Lehrplanes abgelegt werden, der nicht länger als drei Jahre vor der Ablegung der Externistenprüfung außer Kraft getreten ist.

An welche Schulen kann man sich für die Prüfung wenden?

Im Prinzip darf jede Schule Externistenprüfungen abnehmen, nur hat der jeweilige Landesschulrat eventuell beschlossen, die Errichtung von Externistenkommissionen dem jeweiligen Bezirksschulrat zu überlassen. Man muss sich einfach erkundigen, ob es für den Bezirk, in dem man wohnt, eine bestimmte Externistenprüfungskommission gibt. Wenn ja, meldet man sich dort an, wenn nein, sucht man sich einfach eine Schule, die diese Prüfungen gerne und mit dem nötigen pädagogischen Geschick abnimmt.

Quelle: www.erziehung.at/haeuslicher-unterricht

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Wie fang ich es an ?

  1. Was ist deine Motivation? Das sollte man sich vor dieser wichtigen Entscheidung gründlich überlegen und eventuell auch aufschreiben. Man wird sicher öfters gefragt werden, aber noch wichtiger, wenn es schwierig wird, wenn eine Durststrecke kommt, muss man sich sicher sein: Es lohnt sich, und darum mache ich es!
  2. Gründe für das Homeschooling gibt es jedenfalls genug. Vor allem in den angelsächsischen Ländern wurden schon Millionen von Kindern komplett zu Hause unterrichtet und sind zu überdurchschnittlich akademisch gebildeten, bestens sozialisierten, psychisch und emotional stabilen Erwachsenen geworden. Dies ist durch zahlreiche Studien dokumentiert. Offenbar gleicht die starke Bindung, die beim HS innerhalb der Familie entsteht, und die individuelle Unterrichtung die naturgemäß nicht so weitgehende Bildung der ‘Elternlehrer’ bei weitem aus.
  3. Die gesetzlichen Grundlagen: In Österreich hat nach §11 des Schulpflichtgesetzes jeder das Recht, die Schulpflicht durch den häuslichen Unterricht zu erfüllen. Ein Fähigkeitszeugnis ist nicht erforderlich. Die Eltern müssen dies nur vor Beginn des Schuljahres beim Bezirksschulrat anzeigen. Dies erfolgt konkret durch ein Ansuchen, in dem nur steht: „Hiermit ersuchen wir Sie, meinen Sohn / Tochter … im kommenden Schuljahr in den häuslichen Unterricht zu entlassen.“. Einige Wochen danach bekommt man ein Schreiben von der Bildungsregion, in dem die Abmeldung zur Kenntnis genommen wird und darauf hingewiesen wird, dass der Erfolg des Unterrichts durch eine Prüfung (Externistenprüfung) nachgewiesen werden muss.
  4. Seit es das Kindergartenpflichtjahr gibt, muss man auch bekanntgeben, wenn man dieses im Rahmen des häuslichen Unterrichts erfüllt.
  5. Man muss im ersten Schuljahr das Kind bei der zuständigen Volksschule vorstellen und das Kind dort anmelden (auch wenn es nicht die spätere Prüfungsschule sein wird).
  6. Schulbücher bekommt man kostenlos von der Schule, bei der man angemeldet ist. Nicht alle Schulbücher sind gleich gut geeignet. Es kann sein, dass man ergänzend noch andere hinzuziehen sollte. Auch im Internet gibt es mehr gute Ressourcen, als man nutzen kann. Das Schulbuch der Schule ist aber wichtig, um überhaupt den Stoff zu kennen, den das Kind am Ende beherrschen muss. Es kann auch hilfreich sein, den Lehrplan, der im Internet steht, anzuschauen.
  7. Externistenprüfung: Viele sehen sie als ein notwendiges Übel, manche halten sie für überflüssig oder sogar gesetzwidrig. Zugegeben, sie wird – je näher sie rückt – wahrscheinlich für alle Beteiligten zu einem nicht geringen Stressfaktor und kann einem den Spaß etwas verderben. Andererseits hilft sie natürlich tatsächlich, dass sowohl Eltern als auch das Kind den Stand des Kindes und die eigene Leistung beurteilen können. Im Moment führt jedenfalls kein Weg daran vorbei. Und meistens geht es besser als erwartet. Trotzdem sollte man wissen, dass die Wahl der Prüfungsschule von großer Bedeutung ist. Man sollte versuchen, eine Schule zu finden, die Erfahrung damit hat und einen ‘guten Ruf’ als Prüfungsschule hat. Es kann sich lohnen, dafür auch etwas weiter zu fahren. Kontakt und Austausch mit anderen Homeschool-Familien kann bei der Suche der Schule sehr hilfreich sein. Dies führt uns zur
  8. Vernetzung: Wie gesagt, ist es für viele Punkte beim Homeschooling wichtig, nicht allein zu bleiben, sondern den Kontakt zu anderen zu suchen. Es ist klar, dass das bei dieser zeitlich herausfordernden Lern- und Lebensart nicht immer einfach, aber doch lohnend ist. In Österreich können wir hier von anderen Ländern noch etliches lernen.In der letzten Zeit haben sich die folgenden Anlaufstellen, vor allem im Internet, gebildet:

 

Die  Homeschooler – Website www.homerschoolers.at

Facebook: https://www.facebook.com/homeschoolerinaustria/

Regionale Treffen: http://www.homeschoolerinaustria.at/?page_id=1800

Verpflichtendes Kindergartenjahr: http://www.homeschoolerinaustria.at/?page_id=1746

 Vorlage für eine Abmeldung zum Häuslichen Unterricht

 

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